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Donnerstag, 11. Juli 2024

Ausstellung im Kölner ODYSSEUM

 

Zur Abwechselung mal keine Film- sondern eine Ausstellungsempfehlung:
 
 


Am 13. Juli 2024 wird im ODYSSEUM in Köln einmal mehr eine spektakuläre Ausstellung eröffnet, die bis zum 08. Januar 2025 zu sehen sein wird:

 

 RAMSES & das Gold der Pharaonen

 


 

Wer bisher keine Gelegenheit hatte, sich ägyptische Relikte in ihrem Ursprungsland anzuschauen, kann eine Auswahl davon nun in Köln erleben, alles als Leihgaben des ägyptischen Obersten Rates für Altertümer. 

 

 

Es gibt 180 Originalartefakte aus den Pyramiden und Museen Ägyptens zu bewundern, die das Land teilweise zum ersten Mal verlassen, darunter der Zedernholzsarg von Pharao Ramses II, auch bekannt als Ramses der Große, sowie prächtiger Schmuck, wie die Halskette Psusennes, die goldenen Masken von Amenemope und die Mumien verschiedener Tiere, darunter ein
Löwenjunges.

 
 
 
                

 

Die Herrschaft Ramses des Großen fiel in die Zeit es Neuen Reiches von 1539 bis 1075 v.Chr, als sich die ägyptische Zivilisation auf ihrem Höhepunkt befand. Er regierte Ägypten fast 67 Jahre lang und verkörperte dabei die Macht und den Reichtum des alten Ägyptens wie kein anderer.

 

Sein geschnitzter Zedernsarg, eine der Attraktionen der Ausstellung, wurde 1881 in der Königs-Cachette von Deir el-Bahari entdeckt, einer ägyptischen Ausgrabungsstätte am Westufer des Nils, gegenüber der Stadt Luxor und östlich des Tals der König.

 

 

Besonders empfehlenswert neben der Ausstellung der einzigartigen Artefakte ist eine eindrucksvolle Virtual-Reality-Tour, bei der man zwei Monumente hautnah erleben kann: das Grab der königlichen Gemahlin Nefetari und die Tempel von Abu Simbel.

 

 


Geöffnet ist die Ausstellung Dienstag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr, Samstag, Sonntag, in den Ferien, an Feier- und Brückentagen in NRW 10:00 bis 20:00 Uhr, wobei der letzte Einlass jeweils 60 Minuten vor Schließung erfolgt.

Die Ticketpreise beginnen bei 16 € (Kinder) bw. 22 € (Erwachsene), es gibt Familien und Gruppenkarten sowie ermäßigte Preise für bestimmte Besuchergruppen, weitere Informationen hier:

 

www.ramsesausstellung.de

www.odysseum.de

ODYSSEUM in Köln, Corintostraße 1, 51103 Köln

 

P.S. Und als besonderes Schmuckstück sei noch ein spektakuläres Artefakt erwähnt, das es am Ende sogar zu erwerben gibt: Die pharaonische Bade-Ente, wahrlich eine Sensation, vor der man in Ehrfurcht versinken möchte!


 


Dienstag, 9. Mai 2023

Im Kino: Sisu

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs begegnen sich ganz im Norden Finnlands in der lappländischen Wildnis der ehemalige Soldat Aatami (Jorma Tommila ), der sich allein als Goldsucher durchschlägt, und ein versprengter Trupp Nazis auf dem Rückzug, unter Führung des brutalen SS-Mannes Bruno (Aksel Hennie). Als man Aatami dessen gerade gefundenen Goldschatz abnimmt und ihn hilflos zurücklässt, nimmt dieser die Verfolgung auf und entwickelt dabei ungeahnte Kräfte, denen niemand gewachsen ist, und seine Rache ist fürchterlich…

Der finnische Begriff „Sisu“ bedeutet Zähigkeit, Ausdauer, Beharrlichkeit, und soll eine finnische (Geistes)Haltung beschreiben, die jemanden auch in aussichtslosen Situationen nicht aufgeben lässt, sondern antreibt, ein gesetztes Ziel, koste es, was es wolle, zu erreichen. Das ist es auch, einfach ausgedrückt, um was es in dem Film geht: Ein Mann sieht rot. Zwar rächt er vordergründig niemanden aus seiner Familie, sondern in erster Linie sich selbst, dabei könnte er aus der finnischen Familienlinie von John Rambo stammen, wenn er sämtliche seiner Verletzungen ignoriert und sich immer mal wieder selbst zusammenflickt, vielleicht ist er aber auch ein Verwandter Djangos, ebenso wortkarg und unerbittlich. Er macht im buchstäblichen Sinne keine Gefangenen, sondern metzelt die, die selbst keine Gnade kennen, nieder und ist dabei ihr schlimmster Albtraum und das Jüngste Gericht in einer Person.

Da stellt sich dann auch gar nicht mehr die Frage, ob dieser Feldzug so ultrabrutal sein muss, die Nazis hier haben, wie Nazis allgemein, ohnehin nichts Besseres verdient, also zieht der Film seine Agenda konsequent durch und hinterlässt eine blutige Spur im Abgang, die man lange nicht so auf der Leinwand gesehen hat, halbherzig wäre hier aber auch eher ärgerlich gewesen. Alles ist so over the top, dass manche Aktionen das Publikum zu einem fast schon erlösenden Lachen treiben werden, dazu passt, dass der Kämpfer Aatami mythisch überhöht wird, ein menschlicher Furor, der Pazifismus für ein Land irgendwo weit weg hält, von dem manche sagen, er sei unsterblich, aber die Antwort ist simpler: Nein, er weigert sich einfach nur, zu sterben…

 „Many believe that he is immortal.“ -

„No. He just refuses to die.“

Wenn man von der Merkwürdigkeit absieht, dass alle Figuren (zumindest in der Originalfassung) fast durchgehend Englisch sprechen – in der deutschen Fassung wird es dann ebenso durchgehend Deutsch sein – haben wir es hier mit einem knallharten Film in brillanter Optik zu tun, der in Bildern von Weite und brauner Ödnis schwelgt und dabei – es ist möglich! – mit 91 Minuten auskommt, um seinen Spannungsbogen aufzubauen und durchgehend zu halten.

Kein Film für einen beschaulichen Kinoabend zu zweit oder ein erstes Date (eher vielleicht für ein letztes…), aber ein überraschend gut gemachtes Brachial-Werk, das originär und originell daherkommt und neben all den Franchise-Reihen mit ihren endlosen Sequel-, Prequel- oder Re-Boot-Orgien auf jeden Fall auch seine Berechtigung in der Kinolandschaft hat.

 

 

Regie: Jalmari Helander

Drehbuch: Jalmari Helander

Kamera: Kjell Lagerroos

Schnitt: Juho Virolainen

Musik: Juri Seppä, Tuomas Wäinölä

 

Besetzung:

Jorma Tommila, Aksel Hennie, Jack Doolan, Mimosa Willamo

 

Stage 6 Films/ Sony Pictures Releasing

2022

91 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 11. Mai 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=jNvORoTTaJ0 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=OGbr-aAnKTo (Englisch)

 

 

Dienstag, 11. April 2017

Film-Rezensionen: Gold



 ...wenn die Erde aus Gold wäre, würden die Menschen sterben für eine Handvoll Dreck…
  
Diese Weisheit aus dem Film „Der Garten des Bösen“ von Henry Hathaway sollte die ewige Gier nach dem glänzenden Edelmetall relativieren, aber jede Geschichte, die sich mit der Suche nach Gold beschäftigt, lässt sie gleichzeitig bezweifeln.
  
Auch dieser Film möchte zeigen, dass neben den Zockern der Wallstreet, die dem großen Geld nachjagen, die eigentlich Getriebenen diejenigen sind, die einem Zauber verfallen, den eben nicht der öde Geldschein oder die abstrakte Zahl auf dem Kontoauszug widerspiegeln kann, nämlich dem des Goldes!
  
Es ist das Jahr 1981 und wir lernen einen solchen Glücksritter in Gestalt von Kenny Wells (Matthew McConaughey) kennen, der die gut laufende Firma seines Vaters, die Washoe Mining Corporation in Reno, nach dessen Tod übernimmt und sie stetig herunterwirtschaftet, bis sie 1988 schließlich vor dem Ruin steht. Nach dem geschäftlichen folgt der private Absturz, er beginnt zu trinken und geht jedem um sich herum auf die Nerven, bis er eines Tages im Vollrausch einen Traum von Indonesien hat, der ihn einen immensen Goldschatz finden lässt. Traum und Wirklichkeit gehen ineinander über, er versetzt den Schmuck seiner Freundin Kay (Bryce Dallas Howard) und fliegt nach Indonesien, um dort einen Geologen namens Mike Acosta (Edgar Ramirez) zu treffen, nach dessen „Ring-of-Fire“Theorie man angeblich Bodenschätze aufspüren kann.

Er schafft es, Acosta für eine Goldsuche im Dschungel von Borneo zu interessieren und zusammen unternehmen sie eine Expedition den Fluss hinauf, den die Eingeborenen „Upstream Gold“ nennen. Tief im Urwald stoßen sie auf einen Ort, der dem in Kennys Traum gleicht und Acosta beginnt mit Hilfe angeheuerter Arbeiter mit dem Schürfen nach Gold, während Kenny zu Hause in den USA Geld für die Finanzierung besorgen soll.

Als der Erfolg bei der Goldsuche zunächst ausbleibt, bleiben auch die Investoren zurückhaltend und Kenny gelingt es kaum, genug Geld für die Bezahlung der Arbeiter aufzutreiben. Aber dann signalisiert Acosta das Unglaubliche: Goldfund im Dschungel ! – und es kann losgehen. Jetzt reißen sich plötzlich alle darum, mit in das Geschäft einzusteigen und Kenny kann sich vor Geld kaum retten. Seine alte Firma wird reaktiviert und soll an die Börse gebracht werden, die Gier greift wie eine Krankheit um sich und infiziert alles und jeden, und bald hat Kenny die größten Fische an der Angel, die sich um ihn und seine Firma reißen. Doch die Fische sind Haie und als Kenny, der kleine Goldfisch, aus Eigensinn und Eitelkeit ein Angebot über 300 Millionen Dollar für die Übernahme seiner Firma ausschlägt, nur weil diese dann nicht mehr unter seinem Namen laufen soll, geht es plötzlich so steil nach unten, wie es eben noch hinauf gegangen ist. Der abgewiesene Investor lässt seine Beziehungen spielen, die Mine in Indonesien bekommt plötzlich ihre Lizenz entzogen und muss geschlossen werden, der Anfang vom Ende ist nah. Aber Kenny und Acosta gelingt es, das fallende Messer noch einmal aufzufangen, bevor es zu große Wunden reißt, indem sie sich an Danny Suharto, den jüngsten Sohn des damaligen Diktators Suharto, heranmachen und mit seiner Hilfe noch einmal ins große Spiel zurückkehren, bis eines Tages das FBI bei Kenny vor der Tür steht, weil Freund Acosta plötzlich verschwunden ist und mit ihm 164 Millionen…

Es ist ein Film, der von Gier und Leidenschaft erzählt, den Antriebsfedern für große Unternehmungen, er bietet grandiose Landschaftsbilder vom Dschungel in Indonesien und glitzernde Einblicke auf ausschweifende Partys in New York, aber er reißt sein Publikum nie wirklich mit und hinein in diesen wahnsinnigen Sog von Geld, Erfolg, mit Aufstieg in schwindelerregende Höhen, zwischenzeitlichem Absturz und anschließendem Wiederauferstehen, eine Geschichte die wie für großes Kino gemacht scheint.

Jedoch, entgegen der Leidenschaft, die den Goldsucher antreibt, hat der Film nichts von dieser Faszination anzubieten. Die grandiosen Landschaftsbilder im indonesischen Dschungel zerlaufen im Dauerregen, und einige Figuren wie der zwielichtige Acosta bleiben farblos. Das größte Manko könnte jedoch der Protagonist Kenny Wells selbst sein. Matthew McConaughey ist seit seiner Wandlung vom seichten Darsteller in ebensolchen Liebesschmonzetten darauf bedacht, mit möglichst drastischen körperlichen Veränderungen seinen neuen Rollen gerecht zu werden. So hungerte er sich für den Film „Dallas Buyers Club“ in kurzer Zeit 23 kg ab und wurde dafür prompt mit der Oscar-Trophäe belohnt. Aber das Rezept sollte man nicht überstrapazieren. Für „Gold“ hat er sich eine Wampe angefuttert sowie Halbglatze und schiefe Zähne verpassen lassen. War der Gewichtsverlust für einen HIV-Infizierten nachvollziehbar, macht seine jetzige Verwandlung Kenny Wells zu einer schlechten Karikatur eines Glücksritters, dem der Zuschauer keinerlei Sympathie entgegen bringen kann. Ein Hochstapler muss nicht hübsch sein, aber er braucht Charisma, und das vermisst man bei Kenny Wells gänzlich. Man nimmt ihm den Menschenfänger einfach nicht ab, wenn er unentwegt quasselt und deliriert, von allem zu dick aufgetragen, ist Kenny kein liebenswerter Verlierer, sondern ein schmieriger Schwätzer, damit hat McConaughey seiner Figur und letzlich auch dem Film bedauerlicherweise keinen Gefallen getan. 


Regie: Stephen Gaghan
Drehbuch: Patrick Massett, John Zinman
Kamera: Robert Elswitt
Darsteller: Matthew McConaugehey, Edgar Ramirez, Bryce Dallas Howard, Macon Blair, Stacy Keach, Coey Stoll



121 min 
Kinostart: 13. April 2017