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Montag, 6. März 2023

Im Kino: Die Fabelmans (The Fabelmans)

Aufgewachsen in einer Familie, in der die Wissenschaft mit der Kunst konkurriert, wie die musikbegeisterte Mutter Mitzi (Michelle Williams) einmal feststellt, entdeckt der junge Sam Fabelman (Gabriel LaBelle) schon früh seine Liebe zum Kino und hat von da an nur den einen Wunsch: Selber Filme zu machen! Vater Burt (Paul Dano), ein erfolgreicher Ingenieur, sähe für seinen Sohn lieber eine andere Karriere, aber Sam lässt sich nicht beirren und folgt seinem Weg…

Steven Spielbergs nostalgischer Blick zurück in seine Kindheit und Jugend ist eine wunderschöne Liebeserklärung an das Kino. Er veranschaulicht die unwiderstehliche Faszination, die Magie, die entsteht und uns Kinoliebhaber packt, und von der man ein Leben lang nicht mehr loskommt, wenn man wie der kleine Sammy das erste Mal in einem Theater sitzt, das Licht ausgeht und die Leinwand zum Leben erwacht. Nicht jeder wird danach ein berühmter Regisseur, schon gar nicht ein so erfolgreicher und einflussreicher wie Mr. Spielberg, aber mit diesem verklärten Blick zurück lässt er uns teilhaben an seinem Werdegang, zumindest bis zu seinem ersten Job in einem der großen Filmstudios – vielleicht gibt es ja irgendwann eine Fortsetzung, in dem man dann erfährt, wie es ihm gelungen ist, seinerseits die Magie des Kinos immer wieder heraufzubeschwören.

In der Darstellung seiner Familie scheint ein selbsttherapeutischer Ansatz zu liegen, wie authentisch die Darstellung des familiären Kosmos jedoch ist, lässt sich nicht beurteilen, immerhin schafft Spielberg durch deren Namensänderung eine gewisse Distanz. Ähnlich sieht es bei seinem jüdischen Hintergrund aus, mit dem er als Jugendlicher im kalifornischen Sonnenscheinstaat antisemitischen Angriffen ausgesetzt ist. Aber wie er all das ver- und aufarbeitet, zeigt die magische Kraft des Kinos einmal von der anderen Seite, und lässt uns darüber staunen, wie man sich bereits schon als Jungregisseur seine eigene Welt (er)schaffen kann…

Wer das Kino liebt, kann sich bei diesem Film nur wohlfühlen, und bei wem das vielleicht bisher nicht so ausgeprägt war: hier ist die Chance, diese Liebe zum Kino (neu) zu entdecken!

 


 Regie: Steven Spielberg

Drehbuch: Steven Spielberg, Tony Kushner

Kamera: Janusz Kaminski

Schnitt: Sarah Broshar, Michael Kahn

Musik: John Williams

 

Besetzung:

Michelle Williams, Paul Dano, Seth Rogen, Gabriel LaBelle, Judd Hirsch

 

Universal Pictures

2022

151 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 09. März 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=mHjrgGZZTuo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=9wAKUa487aw (Englisch)

 

Montag, 28. September 2020

Heimkino: Vier zauberhafte Schwestern

Vier Schwestern, vier Superkräfte, vier Elemente: Die Schwestern Flame (Laila Padotzke), Marina (Hedda Erlebach), Flora (Lilith Julie Johna) und Sky (Leonore von Berg) verfügen über magische Fähigkeiten und jede von ihnen beherrscht eines der Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft. Im Keller ihres burgartigen Landsitzes, den sie mit ihren Eltern bewohnen, schlummert eine Elbenstaub-Quelle, die durch Zusammenwirken der Schwestern nach langer Zeit wieder zum Leben erwacht. Dies ruft die böse Magierin Glenda (Katja Rieman) nebst ihrem Faktotum Oswald (Justus von Dohnányi) auf den Plan, die ihre Chance sieht, sich zur Herrscherin der Welt aufzuschwingen. Können die Schwestern dies verhindern – und welche Rolle spielen dabei die geheimnisvolle Mrs. Duggery und ihr eigenwilliger Staubwedel?

Der Film basiert auf der englischen Jugendbuchreihe „The Sprite Sisters“ und richtet sich an ein (weibliches) Zielpublikum zwischen etwa 7 und 14 Jahren. Neben jeder Menge magischer Spielereien bietet er auch musikalische Elemente, da das Schwesternquartett als „Sista Magic“ an einem Gesangswettbewerb teilnimmt, es gibt eine sich anbahnende Teenagerromanze und ein paar Slapstickeinlagen, alles etwas konventionell in Szene gesetzt, aber für das junge Publikum sicherlich unterhaltsam.

Leider agieren die Hauptdarstellerinnen etwas hölzern, vielleicht hätte hier eine subtilere Führung durch die Regie geholfen, wie es vergleichbare (amerikanische) Produktionen mit ihren wesentlich natürlicheren Kinderdarstellern immer wieder zeigen. Glücklicherweise überspielt das Duo Rieman/ von Dohnányi diese Schwachstelle souverän und mit sichtlichem Spaß, und die Gesangseinlagen mit poppiger Musik mögen ein Übriges dazu beitragen, dass der Film bei seinen weiblichen Teenagerzuschauern ankommt.

Gar nicht gut ankommen allerdings ein paar handwerkliche Fehler, eine gewisse Sorgfalt sollte auch in einem Jugendfilm Standard sein. So spielt die Geschichte gemäß der Vorlage zwar irgendwo in England, Landsitz und Familie tragen auch englische Namen, aber dann werden Fahrzeuge mit dem Lenkrad auf der bei uns gewohnten Seite auf der rechten Fahrbahnseite bewegt, einen solchen Bruch hätte man vermeiden können, wäre man etwas sorgfältiger zu Werke gegangen, oder man hätte einfach nur den Schauplatz nicht näher definiert. 

Die Botschaft der Geschichte an sich ist dann wieder eine positive: ausschließlich zusammen können die vier Schwestern sich gegen das Unheil stellen, Streitereien untereinander schwächen die gute Sache und nur wer gemeinsam agiert, hat eine Chance das Böse der Welt zu besiegen.

 


 Regie: Sven Unterwaldt

Drehbuch: Gerrit Hermans; Hortense Ullrich, b/a der Jugendbuchreihe "Sprite Sisters" von Sheridan Winn

Kamera: Marcus Kanter

Schnitt: Zaz Montana

Musik: Anne Kathrin Dern

 

 Darsteller:

Katja Riemann, Justus von Dohnányi, Anna Thalbach, Laila Marie Noëlle Padotzke, Hedda Erlebach, Lilith Julie Johna, Leonore von Berg, Gregor Bloéb, Doris Schretzmayer, Juls Serger

 

D 2020

FSK 0

92 min.

Ab 11. September als Download und ab 24. September 2020 auf DVD

 

Details DVD:

1 Disc

Bildformat: 16:9 2,39:1

Audio: DD 5.1 Deutsch: DD 2.0 Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte

Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte

Copyright © 2020 Disney

Dienstag, 21. Juli 2020

Heimkino: Onward - Keine Halben Sachen (Onward)


Nach dem Start am 05. März 2020 war "Onward" nur eine kurze Zeit auf der großen Leinwand vergönnt, dann schlossen die Kinos. Seit neuerlicher Öffnung der Theater gibt es die Möglichkeit, eine Wiederaufführung zu erleben, wer kann, sollte dies unbedingt nutzen, der Film hat es verdient. Ansonsten erscheint dieser zauberhafte Film aus dem Hause Disney nun auch fürs Heimkino, und darum geht es:

Früher war mehr Magie… Ian Lightfoot und sein älterer Bruder Barley leben in einer Elfenwelt, wo es zwar jede Menge Fabelwesen gibt – der Haushund ist ein vorwitziger Drache und der neue Freund der Mutter ein Zentaur in Polizeiuniform – aber ansonsten hat die Moderne Einzug gehalten. An seinem 16. Geburtstag wird dem schüchternen Ian wieder einmal bewusst, wie sehr er den früh verstorbenen Vater vermisst, aber da erhält er die Gelegenheit, sich selbst in lang vergessen geglaubter Magie zu versuchen und den Vater für einen Tag auf die Erde zurückzuholen. Leider gelingt dies buchstäblich nur halb und plötzlich steht dessen in Hose und Schuhe gekleideter Unterkörper im Zimmer. Ian und Barley haben nur 24 Stunden Zeit, auch den Rest zu materialisieren und begeben sich zusammen auf eine abenteuerliche Suche nach dem fehlenden Zutaten für den Zauber, bei der sie unter anderem von einem domestizierten Mantikor unterstützt werden, doch die Zeit rinnt ihnen davon...

Der neue Film aus der Abteilung Pixar enttäuscht die Erwartungen nicht, er ist witzig, voller fantasievoller und schräger Ideen und wunderbar umgesetzt. So real die animierten in Mimik und Gestik auch agieren, es bleiben Animationen und das verleiht ihnen den Charme, der den animierten Realfiguren im „König der Löwen“ leider verloren gegangen ist.

Bestechend ist die gewohnte Liebe zum Detail – hier sei der langsam wachsende zarte Flaum an Barleys Kinn erwähnt – aber auch das Füllhorn an Ideen und Charakteren, die die Leinwand bevölkern, wie zum Beispiel eine Horde winziger, geflügelter, schriller Rocker auf riesigen Maschinen. Alte Mythen, wie der des furchterregende Mantikor, werden heraufbeschworen, um sie augenzwinkernd ein bisschen durch den Kakao zu ziehen, ohne sie jedoch lächerlich zu machen, selbst einem furchterregenden Fluch wird durch einen hübschen Gag der Schrecken genommen, auch wenn es bis zum Schluss eine ernsthafte Aufgabe zu lösen gilt. Und das Ende, das so kitschig und schmalzig hätte werden können, ist ganz zart und anrührend, und damit beschert ausgerechnet ein Animationsfilm einen der bislang bewegendsten Momente des noch jungen Filmjahres.

Alles in allem ein Film für Kinder, aber auch alle Eltern, solange diese ihren Sinn für die magische Welt neben der unseren nicht verloren haben.

© Walt Disney Company (Germany) GmbH
 
Regie: Dan Scanlon
Drehbuch: Dan Scanlon, Jason Headley, Keith Bunin
Kamera: Sharon Callahan, Adam Habib
Schnitt: Catherine Apple
Musik: Jeff und Mychael Danna

Originalsprecher:
Tom Holland, Chris Pratt, Julia Louis-Dreyfus, Octavia Spencer, Tracey Ullman, Mel Rodriguez,
Deutsche Sprecher:
Christian Zeiger, Leonhard Mahlich, Annette Frier, Stefan Berger, Frank Schaff, Beate Gerlach, Martina Treger


Walt Disney Pictures/ Pixar
FSK 6
102 min.

Ab 23. Juli 2020 auf DVD und Blu-ray

Details Blu-ray:
Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment
Bildformat: 1080p High Definition/ 2,39:1/ 16:9
Audio:
Englisch DTS-HD MA 7.1
Englisch DTS-HD HR 5.1
Deutsch, Italienisch (DD Plus 7.1)
Tschechisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Tschechisch
Bonusmaterial:
Wie alles begann
Die Einwohner von New Mushroomtown
Audiokommentar