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Dienstag, 21. Juli 2020

Heimkino: Onward - Keine Halben Sachen (Onward)


Nach dem Start am 05. März 2020 war "Onward" nur eine kurze Zeit auf der großen Leinwand vergönnt, dann schlossen die Kinos. Seit neuerlicher Öffnung der Theater gibt es die Möglichkeit, eine Wiederaufführung zu erleben, wer kann, sollte dies unbedingt nutzen, der Film hat es verdient. Ansonsten erscheint dieser zauberhafte Film aus dem Hause Disney nun auch fürs Heimkino, und darum geht es:

Früher war mehr Magie… Ian Lightfoot und sein älterer Bruder Barley leben in einer Elfenwelt, wo es zwar jede Menge Fabelwesen gibt – der Haushund ist ein vorwitziger Drache und der neue Freund der Mutter ein Zentaur in Polizeiuniform – aber ansonsten hat die Moderne Einzug gehalten. An seinem 16. Geburtstag wird dem schüchternen Ian wieder einmal bewusst, wie sehr er den früh verstorbenen Vater vermisst, aber da erhält er die Gelegenheit, sich selbst in lang vergessen geglaubter Magie zu versuchen und den Vater für einen Tag auf die Erde zurückzuholen. Leider gelingt dies buchstäblich nur halb und plötzlich steht dessen in Hose und Schuhe gekleideter Unterkörper im Zimmer. Ian und Barley haben nur 24 Stunden Zeit, auch den Rest zu materialisieren und begeben sich zusammen auf eine abenteuerliche Suche nach dem fehlenden Zutaten für den Zauber, bei der sie unter anderem von einem domestizierten Mantikor unterstützt werden, doch die Zeit rinnt ihnen davon...

Der neue Film aus der Abteilung Pixar enttäuscht die Erwartungen nicht, er ist witzig, voller fantasievoller und schräger Ideen und wunderbar umgesetzt. So real die animierten in Mimik und Gestik auch agieren, es bleiben Animationen und das verleiht ihnen den Charme, der den animierten Realfiguren im „König der Löwen“ leider verloren gegangen ist.

Bestechend ist die gewohnte Liebe zum Detail – hier sei der langsam wachsende zarte Flaum an Barleys Kinn erwähnt – aber auch das Füllhorn an Ideen und Charakteren, die die Leinwand bevölkern, wie zum Beispiel eine Horde winziger, geflügelter, schriller Rocker auf riesigen Maschinen. Alte Mythen, wie der des furchterregende Mantikor, werden heraufbeschworen, um sie augenzwinkernd ein bisschen durch den Kakao zu ziehen, ohne sie jedoch lächerlich zu machen, selbst einem furchterregenden Fluch wird durch einen hübschen Gag der Schrecken genommen, auch wenn es bis zum Schluss eine ernsthafte Aufgabe zu lösen gilt. Und das Ende, das so kitschig und schmalzig hätte werden können, ist ganz zart und anrührend, und damit beschert ausgerechnet ein Animationsfilm einen der bislang bewegendsten Momente des noch jungen Filmjahres.

Alles in allem ein Film für Kinder, aber auch alle Eltern, solange diese ihren Sinn für die magische Welt neben der unseren nicht verloren haben.

© Walt Disney Company (Germany) GmbH
 
Regie: Dan Scanlon
Drehbuch: Dan Scanlon, Jason Headley, Keith Bunin
Kamera: Sharon Callahan, Adam Habib
Schnitt: Catherine Apple
Musik: Jeff und Mychael Danna

Originalsprecher:
Tom Holland, Chris Pratt, Julia Louis-Dreyfus, Octavia Spencer, Tracey Ullman, Mel Rodriguez,
Deutsche Sprecher:
Christian Zeiger, Leonhard Mahlich, Annette Frier, Stefan Berger, Frank Schaff, Beate Gerlach, Martina Treger


Walt Disney Pictures/ Pixar
FSK 6
102 min.

Ab 23. Juli 2020 auf DVD und Blu-ray

Details Blu-ray:
Vertrieb: Walt Disney Studios Home Entertainment
Bildformat: 1080p High Definition/ 2,39:1/ 16:9
Audio:
Englisch DTS-HD MA 7.1
Englisch DTS-HD HR 5.1
Deutsch, Italienisch (DD Plus 7.1)
Tschechisch (DD 5.1)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch, Tschechisch
Bonusmaterial:
Wie alles begann
Die Einwohner von New Mushroomtown
Audiokommentar


Dienstag, 3. März 2020

Film-Rezensionen: Onward - Keine halben Sachen (Onward)


Früher war mehr Magie… Ian Lightfoot und sein älterer Bruder Barley leben in einer Elfenwelt, wo es zwar jede Menge Fabelwesen gibt – der Haushund ist ein vorwitziger Drache und der neue Freund der Mutter ein Zentaur in Polizeiuniform – aber ansonsten hat die Moderne Einzug gehalten. 

An seinem 16. Geburtstag wird dem schüchternen Ian wieder einmal bewusst, wie sehr er den früh verstorbenen Vater vermisst, aber dann erhält er die Gelegenheit, sich selbst in lang vergessen geglaubter Magie zu versuchen und den Vater für einen Tag auf die Erde zurückzuholen. Leider gelingt dies buchstäblich nur halb und plötzlich steht dessen in Hose und Schuhe gekleideter Unterkörper im Zimmer. Ian und Barley haben nur 24 Stunden Zeit, auch den Rest zu materialisieren und begeben sich zusammen auf eine abenteuerliche Suche nach den fehlenden Zutaten für den Zauber, bei der sie unter anderem von einem domestizierten Mantikor unterstützt werden, doch die Zeit rinnt ihnen davon...

Der neue Film aus dem Hause Pixar enttäuscht die Erwartungen nicht, er ist witzig, voller fantasievoller und schräger Ideen und wunderbar umgesetzt. So real die Figuren in Mimik und Gestik auch agieren, es bleiben Animationen und das verleiht ihnen den Charme, der den animierten Realfiguren im „König der Löwen“ leider verloren gegangen ist.

Bestechend ist die gewohnte Liebe zum Detail – hier sei der langsam wachsende zarte Flaum an Barleys Kinn erwähnt – aber auch das Füllhorn an Ideen und Charakteren, die die Leinwand bevölkern, wie zum Beispiel eine Horde winziger, geflügelter, schriller Rocker auf riesigen Maschinen. Alte Mythen, wie der des furchterregende Mantikor, werden heraufbeschworen, um sie augenzwinkernd ein bisschen durch den Kakao zu ziehen, ohne sie jedoch lächerlich zu machen, selbst einem furchterregenden Fluch wird durch einen hübschen Gag der Schrecken genommen, auch wenn es bis zum Schluss eine ernsthafte Aufgabe zu lösen gilt. Und das Ende, das so kitschig und schmalzig hätte werden können, ist ganz zart und anrührend, und damit beschert ausgerechnet ein Animationsfilm einen der bislang bewegendsten Momente des noch jungen Filmjahres.

Alles in allem ein Film für Kinder, aber auch alle Eltern, solange diese ihren Sinn für die magische Welt neben der unseren nicht verloren haben.




Regie: Dan Scanlon
Drehbuch: Dan Scanlon, Jason Headley, Keith Bunin
Kamera: Sharon Callahan, Adam Habib
Schnitt: Catherine Apple
Musik: Jeff und Mychael Danna

Originalsprecher:
Tom Holland, Chris Pratt, Julia Louis-Dreyfus, Octavia Spencer, Tracey Ullman, Mel Rodriguez

 Walt Disney Pictures/ Pixar
FSK 0
102 min.
Deutscher Kinostart: 05. März 2020


Dienstag, 22. Januar 2019

Ralph reichts 2: Chaos im Netz (Ralph Breaks the Internet)

Der tollpatschige aber gutmütige Hüne Ralph aus dem Film „Ralph reichts" ist zurück! Eine neue Technik bedroht seine kleine Freundin Vanellope und ihr Rennfahrspiel „Sugar Rush": Der Automatenbetreiber Mr. Litwak ist kurz davor, das Spiel abzuschalten, weil er einen WiFi-Router angeschafft hat, und als dann auch noch das Steuerrad von Vanellopes Auto bei einer wilden Fahrt auf einem Parcours, den Ralph für sie eingerichtet hat, zerbricht, ist schnelle Hilfe gefragt, und die glauben sie in einem Laden namens „eBay“ zu finden.

Mit Hilfe des Routers katapultieren sich Ralph und Vanellope ins World Wide Web, eine für sie zunächst völlig undurchschaubare Welt in Gestalt einer futuristischen Großstadt, in der sie sich nur mühsam zurecht finden. Als sie bei eBay tatsächlich fündig werden, ersteigern sie das gesuchte Steuerrad, allerdings, weil sie das Prinzip des Bietens nicht verstehen, zu dem horrenden Preis von 27.001 Dollar, eine utopische Summe, die sie natürlich nicht haben.

Bei der Suche nach Möglichkeiten das nötige Geld zu verdienen kommt ihnen der Algorithmus Yesss zu Hilfe und es beginnt ein wahrhaft wilder Ritt durch das Internet mit all seinen Versprechungen und Gefahren. Besonders Ralph stiftet dabei in kürzester Zeit so viel Chaos, dass es eine wahre Freude ist. Auf der Seite OhMyDisney.com gibt es jede Menge spannender Begegnungen mit zahlreichen Disney-Charakteren, von StarWars- über Marvelhelden, bis hin zu allen, wirklich allen Prinzessinnen, die jemals für Disney aufgetreten sind und die Vanellope gerne in ihren Kreis aufnehmen.
 
Während Ralph plötzlich zum Internet-Star auf einer Seite namens Buzzz Tube aufsteigt, entdeckt Vanellope ein Rennfahrerspiel, in dem sie sich gleich zu Hause fühlt und plötzlich tritt die ursprüngliche Mission, ihr altes Automatenspiel zu retten, völlig in den Hintergrund.

Der Film wartet mit einem Feuerwerk an Ideen auf, jeder Zuschauer, ob klein, ob groß, wird viele bekannte Dinge erkennen, von zwitschernden blauen Vögelchen bis zu einem bekannten Wissensgiganten, aber auch die Schattenseiten tauchen auf, die nervenden Pop-up-Seiten, ein Shitstorm und ein unheimlicher, alles fressender Virus.

Am Ende haben sich Ralph und Vanellope ziemlich voneinander entfernt und es stellt sich die Frage, ob man überhaupt noch etwas gemeinsam hat. Aber die beiden finden natürlich einen Weg zurück zueinander, bei dem jeder so sein kann, wie er ist und seinen eigenen Interessen nachgehen kann, ohne dass sie ihre Freundschaft dafür aufgeben müssen, und dafür hat sich der chaotische Ausflug allemal gelohnt.





Regie: Rich Moore, Phil Johnston
Drehbuch: Phil Johnston, Pamela Ribon b/a story von Rich Moore, Phil Johnston, Jim Reardon, Pamela Reardon, Josie Trinidad und zusätzlichem Material von Kelly Younger
Kamera (Layout): Nathan Warner
Musik: Henry Jackman
Stimmen:
John C. Reilly, Sarah Silverman, Gal Gadot, Taraji P. Henson, Alfred Molina, Ed O’Neil,
Deutsche Stimmen:
Anna Fischer, Kim Hasper, Vera Teltz, Lina Larissa Strahl
 
Disney/ Pixar
112 min.
Deutscher Kinostart: 24. Januar 2019