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Dienstag, 18. Juni 2024

Im Kino: The Bikeriders

Kathy (Jodie Comer), eine junge Frau verliebt sich in Benny (Austin Butler) und gerät so in das Umfeld des von einem Motorrad-Liebhaber namens Johnny (Tom Hardy) gegründeten Biker-Clubs namens „Vandals“. Mitte der 1960 ist dieser Club in den USA ein Vorreiter einer Szene, die sich von diesen Anfängen, bei denen es zunächst nur um Motorradfahren, Spaß haben und Feiern mit Gleichgesinnten geht, allmählich zu den heute bekannten, mehr oder weniger kriminellen Vereinigungen entwickelt, wodurch die Liebe von Kathy und Benny auf eine harte Probe gestellt wird…

Basierend auf dem Fotoband „The Bikeriders“ des Journalisten Danny Lyon, der darin einen verklärenden Blick auf die Anfänge der amerikanischen Biker-Kultur wirft, in der er sich selbst eine Zeit lang bewegt hat, laviert der Film „The Bikeriders“ irgendwo zwischen Dokumentation und Fiktion, wobei das dokumentarische Element, das hauptsächlich aus Interviews mit und den daraus resultierenden Erinnerungen von Biker-Gattin Kathy besteht, zu wenig für einen Dokumentarfilm und letztlich zu viel für einen fiktionalen Film ist, denn sowohl die agierenden Figuren als auch der Club selbst hat es nie gegeben.

Gespickt mit den Codes und Phrasen aufdringlicher Männlichkeitsrituale, wie sie zurzeit anscheinend wieder schwer angesagt sind – siehe die Miniserie „Masters oft he Air“ – wird hier der schweigsame, widerborstige Held glorifiziert, der sich zu nichts zwingen lässt, verkörpert einerseits durch den bereits in die Jahre gekommenen Johnny, der ein Ventil für einen Ausbruch aus seiner an sich bürgerlichen Welt mit Familie und Eigenheim braucht, und andererseits dem Jungen Wilden Benny, dargestellt von dem zum Jungen Wilden stilisierten Elvis-Darsteller Butler, in derer beider Figuren der einst von Marlon Brando und dessen viriler Präsenz geprägter Prototyp des unangepassten Außenseiters aufgehen soll.

Der nostalgische Blick zurück mag an sich reizvoll sein, dann sollte man sich aber lieber die alten Filme mit den Originalen gönnen, ein Wiederaufwärmen überholter und vergangener Zeiten und ein Transportieren in die Gegenwart funktioniert irgendwie nicht, es bleibt nur ein Blick zurück auf eine schmuddelige Motorrad-Gang, die irgendwie aus der Zeit gefallen zu sein scheint.

 


 Regie: Jeff Nichols

Drehbuch: Jeff Nichols

Kamera: Adam Stone

Schnitt: Julie Monroe

Musik: David Wingo

 

Besetzung:

Jodie Comer, Austin Butler, Tom Hardy, Michael Shannon, Mike Faist, Boyd Holbrook, Norman Reedus, Damon Harriman, Beau Knapp, Emoy Cohen

 

Universal Pictures International Germany

2023

116 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 20. Juni 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=aaxw9H4VOBA (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=aWzJDS7h2Vc (Englisch)

 

 

Mittwoch, 12. Juni 2024

Im Kino: Alles steht Kopf 2 (Inside Out 2)

An ihrem 13. Geburtstag tritt Riley offiziell ins Teenager-Alter ein, und als jemand den Pubertätsschalter umlegt, beginnen in der Steuerzentrale ihres Gehirns große Umbauarbeiten, um Platz für eine Reihe neuer Emotionen zu schaffen: Zweifel (Anxiety), Neid (Envy), Ennui/Boredom (NullBock) sowie Peinlich (Embarrassement) ziehen ein und Freude (Joy), Kummer (Sadness), Wut (Anger), Angst (Fear) sowie Ekel (Disgust) müssen sich mit den Neuen arrangieren, die alles gehörig durcheinander bringen…

Wer den ersten Teil mochte, wird auch diesen lieben (bis auf diejenigen, bei denen Ennui die Lust an einer Fortsetzung mal gleich ein paar Stufen runterschaltet…), es geht wieder frisch zur Sache, denn die neuen Charaktere machen ordentlich Dampf. Vor allem die Emotion Anxiety – im Deutschen mit „Zweifel“ nicht ganz den komplexen Charakter dieser Gemütsbewegung treffend, vielleicht solle man es eher mit „Selbstzweifel“ übersetzen, oder „Angst, zu versagen“, was aber wiederum zu sperrig klingt, aber im Kontext wird klar, was gemeint ist – also „Anxiety“ übernimmt über weite Strecken das Kommando und stürzt die arme Riley in eine Krise nach der anderen.

Es ist wie bereits im ersten Teil alles wunderbar bildlich umgesetzt, und wie es die anderen Emotionen schaffen – vor allem, die bereits länger existierenden – aus dem ganzen Chaos nach und nach ein funktionierendes neues Team zu formen, ist äußerst vergnüglich. Was noch keine Rolle spielt, sind aufkeimende sexuelle Interessen und die damit auftretende Verwirrtheit der Gefühle, dafür müssten es einen Teil 4 geben, aber sich das Haus Disney daran trauen wird, darf bezweifelt werden…

Wer ansonsten schon immer wissen wollte, was im Kopf eines pubertierenden Teenagers vor sich geht, ist hier genau richtig, nicht dass es den Umgang mit einem solchen Pubertier wirklich einfacher machen würde, zumindest macht es aber eine Menge Spaß, dabei zuzusehen, wie sich alles neu zu ordnen beginnt!

 


 Regie: Kelsey Mann

Drehbuch: Dave Hofstein, Meg LeFauve

Kamera: Adam Habib, Jonathan Pytko

Schnitt: Maurissa Horwitz

Musik: Andrea Datzman

 

Besetzung:

Dt. Stimmen:

Olaf Schubert, Hans-Joachim Heist, Derya Flechtner, Leon Windscheid, Tahnee,

Originalstimmen:

Kensington Tallman, Amy Poehler, Phyllis Smith, Lewis Black, Tony Hale, Liza Lapira, Maya Hawke, Ayo Edebiri, Adèle Exarchopoulos, Paul Walter Hauser, Diane Lane, Kyle MacLachlan

 

Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

2024

100 min.

FSK 0

Deutscher Kinostart: 12. Juni 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=iEHjmWGFPa8 Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=LEjhY15eCx0 (Englisch)

Samstag, 8. Juni 2024

Im Kino: They see you (The Watchers)

Die junge Künstlerin Mina (Dakota Fanning) verirrt sich nach einer Autopanne in einem undurchdringlichen Wald im Westen Irlands und wird bei Eintritt der Dunkelheit von drei Fremden in eine Hütte gebracht, wo diese sich vor gefährlichen Kreaturen verstecken, die jede Nacht auftauchen und jeden töten, der sich dann noch draußen aufhält. Diese Wesen beobachten die Insassen in ihrer hell erleuchteten Hütte ohne dass sie selbst gesehen werden, nur ihre unheimlichen Geräusche dringen zu den Gefangenen vor…

Es soll hier natürlich nicht verraten werden, welches Ziel diese „Watchers“ letztlich verfolgen, das ist der Regisseurin geschuldet, bei der es sich um niemand anderes als die Tochter des für seine geheimnisvollen Filme bekannten (und auch ein wenig berüchtigten) M. Night Shyamalan handelt.

Ziel dieses Werks war es offensichtlich, ein Netz aus zunächst unerklärlichen Vorkommnissen zu spinnen, die sich dann durch alte, fast vergessene Mythen erklären lassen. Leider hapert es dabei an einigen Stellen an der inneren Logik, denn auch wenn man sich – wie in diesem Fall – auf die mystischen oder irrealen Elemente eines Stoffs einlässt, sollte die Geschichte in sich doch stimmig sein.

Auch wenn der Film hin und wieder durch einige Gruselelemente eine gewisse Sogwirkung entfaltet, am Ende steht ein etwas inhomogenes Ergebnis, denn es gibt einige eingeflochtene Elemente, die interessant scheinen, dann aber doch nirgendwo hinführen. Für einen Horrorfilm gibt es zu wenig wirkliche Schockmomente, der mystische Überbau der Handlung wird schließlich zwar erklärt, lässt aber dennoch die ein oder andere Frage offen, was einen etwas ratlos zurücklässt – oder sollte hier der Weg in eine Fortsetzung geebnet werden?

 

 

Regie: Ishana Shyamalan

Drehbuch: Ishana Shyamalan b/a dem Buch von A.M. Shine,

Kamera: Eli Arenson

Schnitt: Job ter Burg

Musik: Abel Korzeniowski

 

Besetzung:

Dakota Fanning, Georgina Campbell, Olwen Fouéré, Siobhan Hewlett, Shane O’Reagan, Hannah Howland, Oliver Finnegan,Alistair Brammer

 

Warner Bros.

2024

102 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 06. Juni 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=SAckVqphOso (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=dYo91Fq9tKY (Englisch)

Donnerstag, 6. Juni 2024

Im Kino: Bad Boys 4: Ride or Die (Bad Boys: Ride or Die)

Die Detektive Mike Lowry (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence) müssen Captain Howard nach dessen Tod gegen Korruptionsvorwürfe verteidigen und ehe sie sich versehen, sind sie selbst Teil dieser Intrige gegen ihre Polizeieinheit in Miami, dabei braucht man alle Verbündeten, die man bekommen kann…

Nach den bisherigen Werken „Bad Boys“ (1995), „Bad Boys 2“ (2003) und „Bad Boys for Life“ (2020) machen sich die bewährten Miami-Police-Fachkräfte in Gestalt von Will Smith und Martin Lawrence erneut daran, actionreich für Recht und Ordnung zu sorgen. Zum zweiten Mal wird das Ganze vom Regie-Duo Adil & Bilali betreut und herausgekommen ist ein solider Streifen mit einer konventionellen Geschichte: Polizei wird beschuldigt, mit Drogen-Kartell zusammenzuarbeiten, ein skrupelloser Drahtzieher ist immer einen Schritt schneller und bekommt Hilfe von einem Insider, der dringend enttarnt werden muss.

Die Action-Szenen sind gewohnt rasant, wenngleich nicht außergewöhnlich, ein paar Gags im Zusammenspiel der ungleichen Buddys Lowry und Burnett lockern alles etwas auf, der Fiesling ist richtig fies und der Verbündete in Gestalt von Lowrys Sohn, der sich seinen Aufenthalt im Gefängnis im letzten Film redlich verdient hatte, darf zum Helden mutieren, wenngleich er als Figur doch recht blass bleibt, wie am Ende auch der ganze Film.

Fans der Reihe müssen selbst entscheiden, ob und wie weit ihren Ansprüchen Genüge getan wird, für alle anderen ist es ein Action-Thriller ohne Tiefgründigkeit, aber insgesamt durchaus unterhaltsam.

 


 Regie: Adil El Arbi, Bilall Fallah Adil & Bilali)

Drehbuch: Chris Bremner, Will Beall, b/a auf den Charakteren von George Gallo

Kamera: Robrecht Heyvaert

Schnitt: Asaf Eisenberg, Dan Lebental

Musik: Lorne Balfe

 

Besetzung:

Will Smith, Martin Lawrence, Vanessa Hudgens, Alexander Ludwig, Jacob Scipio, Paola Nuñez, Joe Pantoliano,Eric Dane, Ioan Gruffudd

 

Sony Pictures

2024

115 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 05. Juni 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Coy9T15o3_w (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=hRFY_Fesa9Q (Englisch)

 

 

Donnerstag, 30. Mai 2024

Im Kino: The End We Start From

Große Regenmassen überfluten das Land und eine junge Frau, die kurz vor der Geburt ihres Babys steht, muss ihr Haus in London und den Vater ihres Kindes fluchtartig verlassen. Eine Rückkehr ist auch nach der Geburt nicht möglich und da das gesamte Land in Flut und Chaos versinkt beginnt für Mutter und Kind eine Odyssee, immer auf der Suche nach einem sicheren Ort…

Was Wassermassen anrichten können, hat sich in letzter Zeit wiederholt auch in einigen Regionen Deutschlands auf schreckliche Weise gezeigt, dass allerdings ein ganzes Land anschließend mit den Auswirkungen einer apokalyptischen Krise konfrontiert wird, mit Hungersnot und einem endzeitlichen Kampf ums nackte Überleben, scheint zurzeit noch etwas weit hergeholt zu sein. Aber genau hierum geht es in diesem Film, der seine Protagonistin immer wieder an Grenzen treibt, die sich niemand vorstellen mag, schon gar nicht eine Mutter mit einem Neugeborenen.

Dass es dann aber trotz der Überflutungen möglich ist, irgendwie das ganze Land – bei dem es sich wohl um England handelt – weitestgehend zu Fuß zu durchqueren, um am Ende wieder in London und dem zu Anfang verlassenen Heim anzukommen, will sich nicht recht erschließen, was die innere Logik der Geschichte beeinträchtigt. Auch lassen sich viele der Entscheidungen, die die Frau trifft, nicht wirklich nachvollziehen, so dass Vieles eher aus rein dramaturgischen denn aus realistischen Gründen geschieht.  

Weil der Fokus fast gänzlich auf der Protagonistin liegt, lastet eine erhebliche Bürde des Films auf Jodie Comer, die der Anforderung auf jeden Fall gerecht wird. Aber für einen ganzen Film reicht die Substanz der Geschichte am Ende nicht, hier helfen auch die Rückblenden nicht wirklich weiter, in denen gezeigt wird, wie sich die Frau und ihr Partner sich einst kennenlernten. Diese Sequenzen werden ziemlich unverbunden eingeflochten und da sie im Grunde nichts zur Handlung beitragen, wirken sie beliebig und eher wie reines Füllmaterial für den Film.

Am Ende ist alles nur noch anstrengend und ohne tatsächlichen Bezug zu dem Geschehen der Naturkatastrophe insgesamt, über die viel zu wenig erzählt wird, und das Interesse am Schicksal der armen Frau und ihrem Baby erlahmt leider immer mehr. Hier hätte die Einbindung in ein Gesamtbild gut getan, dann wären vielleicht auch einige der Implausibilitäten, die das Geschehen durchziehen, nicht so aufgefallen.

 


 Regie: Mahalia Belo

Drehbuch: Alice Birch, Megan Hunter

Kamera: Suzie Lavelle

Schnitt: Arttu Salmi

Musik: Anna Meredith

 

Besetzung:

Jodie Comer, Joel Fry, Ramanique Ahluwalia, Nina Sosanya, Yves Rassou, Katherine Waterston, Mark Strong, Benedict Cumberbatch

 

Universal Studios/ Leonine

2023

102 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 30. Mai 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=LMl5d0gX6n8 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=MciSEbkTkXw (Englisch)

 

Mittwoch, 22. Mai 2024

Im Kino: Furiosa: A Mad Max Saga

In einer wüst und öde gewordenen Welt, in der Wasser, Nahrung, Benzin und vieles mehr knapp ist, lebt die junge Furiosa (zunächst: Alyla Browne, als Erwachsene: Anya Taylor-Joy) in einer letzten grünen und fruchtbaren Oase. Eines Tages wagt sie sich zu weit hinaus und wird von einer wilden Horde von Outlaws entführt. Deren Anführer Dementus (Chris Hemsworth) kämpft mit dem Warlord Immortan Joe (Lachy Hulme) um Vorherrschaft und knappe Ressourcen, dabei gerät Furiosa in dessen Hände und wächst dort zu einer rebellischen jungen Frau heran, die nie den Gedanken an Flucht und Rückkehr in ihr Paradies aufgegeben hat. Noch stärker aber ist ihr Gedanke an Rache, denn Dementus ist für den Tod ihrer Mutter verantwortlich...

Als Prequel zu „Mad Max: Fury Road“ aus dem Jahr 2015 angelegt, wird hier die (Vor)Geschichte der Antiheldin Furiosa erzählt, in der Regisseur George Miller seine Reihe von Endzeitdramen fortspinnt. Das macht er – im wahrsten Sinne des Wortes – furios und es gelingt ihm auch nach so vielen Jahren ein weiteres wuchtiges Spektakel auf die Leinwand zu bringen, das vor allem Freunden und Freundinnen von röhrenden Motoren und bizarren Gefährten in allen Formen und Größen gefallen dürfte.

Bei alldem gibt es sogar eine Handlung, die den Namen verdient, was man nicht von jedem Action-Spektakel sagen kann, dabei liefert Anya Taylor-Joy eine großartige Vorstellung ab. Ihre Furiosa, eine zur Kriegerin herangereifte junge Frau, die wenige Worte macht, dabei auf eindrucksvolle Weise zu kämpfen versteht, beherrscht jede ihrer Szenen allein durch die Ausdruckskraft ihres Blicks und ihrer dunklen Augen, die jederzeit signalisieren, dass man sich besser nicht mit ihr anlegen sollte, was allerdings einige ihrer tumben Gegenspieler nicht immer beherzigen…

Definitiv nichts für Liebhaber des gepflegten Dialogfilms, aber wer auf alle Elemente des George-Miller-Universums steht und Spaß an Action, röhrenden Motoren aus martialischen Gefährten, abgerissenen Typen und einer wilden Endzeitstimmung hat, der wird nicht enttäuscht.

 


 Regie: George Miller

Drehbuch: George Miller, Nick Lathouris

Kamera: Simon Duggan

Schnitt: Eliot Knapman, Margaret Sixel

Musik: Tom Holkenborg

 

Besetzung:

Anya Taylor-Joy, Alyla Browne, Chris Hemsworth, Tom Burke, Lachy Hulme, John Howard, Angus Sampson

 

Warner Bros. Germany

2024

148 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 23. Mai 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6VEh1gQrGl4 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=lCyOYEjryBA (Englisch)

 

Dienstag, 7. Mai 2024

Im Kino: It’s Raining Men (Iris et les hommes)

Iris Beaulieu (Laure Calamy) ist eine Frau im besten Alter mit gutgehender Zahnarztpraxis, zwei wohlgeratenen Töchtern und einem Mann im ebenfalls besten Alter. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht das mittlerweile zum Erliegen gekommene Sexleben. Eines Tages stößt Iris im Internet auf eine Dating-App für Verheiratete, bei der es nur um eines geht: unverbindliche Sex-Dates. Zunächst gehemmt, stürzt sich Iris in das Abenteuer ihres Lebens und wird dabei immer mutiger, aufgeschlossener und selbstbewusster, eine Tatsache, die auch ihrem Sex-Muffel zu Hause nicht verborgen bleibt…

Was wie eine schmutzige Hausfrauenfantasie klingt, entpuppt sich als erfrischende Komödie mit einer grandios aufgelegten Hauptdarstellerin, die ihr Wiedererblühen in einer Art zweiter Pubertät mitreißend auf den (G)Punkt bringt. Französisch leicht umschifft der Film alle denkbaren Peinlichkeiten und lässt seine Protagonistin frisch, fröhlich und frei ausprobieren, was es auszuprobieren gibt, und das alles ohne explizite Sexszenen, auch ein Kunststück, das man erst einmal hinbekommen muss, Chapeau!

Und bei der Wahl des „deutschen“ Filmtitels nach dem gleichnamigen Song der Weather Girls ist gar nicht mal so schlecht gewählt, wie sich in einem überraschenden netten kleinen Intermezzo zeigt.

Wer also Lust auf einen frivolen, aber stets jugendfreien Schwank hat, und wer bereit ist, etwaige moralisierende Bedenken zur Seite zu wischen, ist hier genau richtig, bei einer leichten Sommerkomödie, die Spaß macht, auch wenn das Ende natürlich recht vorhersehbar ist…

 


 Regie: Caroline Vignal

Drehbuch: Caroline Vignal, Noémie de Lapparent

Kamera: Martin Roux

Schnitt: Charly Cancel

Musik: Benjamin Esdraffo

 

Besetzung:

Laure Calamy, Vincent Elbaz, Suzanne De Baecque, Sylvain Katan, Alexandre Steiger

 

Chapka Films/ La Filmerie/ Leonine

2023

98 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 09. Mai 2024

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=DwP9NdYKbC0 (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=NI6LybpziH4 (Französisch)