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Montag, 19. Januar 2026

Im Kino: Hamnet

Um das Jahr 1580 arbeitet William, der Sohn des örtlichen Handschuhmachers (Paul Mesacal) im ländlichen Stratford-opon-Avon als Lateinlehrer, als er sich in die Heilerin Agnes (Jessie Buckley) verliebt. Man heiratet, bekommt drei Kinder, Susanna (Bodhi Rae Breathnach) sowie die Zwillinge Judith (Olivia Lynes) und Hamnet (Jacobi Jupe). William, der mit seinem Lehrerdasein hadert, geht bald nach London, um dort als Stückeschreiber und Schauspieler seiner eigentlichen Leidenschaft zu folgen, dabei lässt er seine Familie zur Enttäuschung von Agnes immer wieder für längere Zeit alleine. Als der kleine Hamnet stirbt, führt der Schmerz über diesen Verlust zur Schaffung eines der bekanntesten Werke des Autors William, der später zu Weltruhm gelangte…

Auch wenn es um das Leben eines der größten Dichter namens William Shakespeare viele Geheimnisse gibt, so ist die Existenz des kleinen Sohnes Hamnet verbürgt. Der Film entwickelt daraus eine bewegende Geschichte in grandiosen Bildern, die teilweise wie lebendig gewordene alte Gemälde wirken und einen unwiderstehlichen Sog entwickeln, dem man sich kaum entziehen kann, untermalt von einem betörenden Soundtrack. Jessie Buckley spielt sich dabei die Seele aus dem Leib in ihrem Porträt einer Frau, die alle Schläge des Schicksals mit wilder, fast schon animalisch anmutender Power meistert, während Paul Mescal das macht, wofür er gerne immer wieder gepriesen wird, er leidet still vor sich hin.

Ob der Tod des Kindes tatsächlich zur Entstehung eines der bekanntesten Theaterdramen führte, ist dabei nicht wirklich relevant, der Film erhebt weder den Anspruch eine Shakespeare-Dokumentation zu sein, noch gibt es genügend belegte Anhaltspunkte, wie es wirklich war. Warum also nicht an diese Version glauben, die mit dem wahrlich herzzerreißenden Schicksal ihrer Protagonisten spielt und ihnen in der finalen Theateraufführung, der die von Schmerz und Gram gebeutelten Agnes beiwohnt, einen Akt der Erlösung beschert, dessen kraftvolle Bilder noch lange nachwirken.

 

  Regie: Chloé Zhao

Drehbuch: Chloé Zhao, Maggie O’Farrell, b/a auf dem Roman

„Hamnet“ von Maggie O’Farrell

Kamera: Lukasz Zal

Schnitt: Affonso Gonçalves, Chloé Zao

Musik: Max Richter

 

Besetzung:

Jessie Buckley, Paul Mescal, Joe Alwyn, Jacobi Jupe, Olivia Lynes, Bodhi Rae Breathnach, Emily Watson, Noah Jupe

 

Focus Features/ Sony Pictures/ Universal Pictures Germany

2025

125 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 22. Januar 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=zdCkQR2gTzo (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=xYcgQMxQwmk (Englisch)

 

Dienstag, 25. April 2023

Im Kino: The Whale

Charlie (Brendan Fraser) hat sich aus Kummer über eine verlorene Liebe so viel Fett angefressen, dass er praktisch nicht mehr in der Lage ist, sein Apartments zu verlassen. Seinen Job als Literaturdozent übt er online aus, allerdings mit ausgeschalteter Webcam, Pizza wird ihm an die Tür geliefert und eine befreundete Krankenschwester (Hong Chau) kümmert sich um ihn. Ihre täglichen Warnungen, dass seine körperliche Verfassung ihn in ein frühes Grab bringen wird, ignoriert er. Da tauchen plötzlich verschiedene Besucher bei ihm auf, ein junger Mann mit evangelikalem Missionseifer (Ty Simpkins), seine entfremdete 17-jährige Tochter Ellie (Sadie Sink) sowie Ex-Frau Mary (Samantha Morton), die ihn scheinbar zurück ins Leben holen, aber reicht das, um ihn zu retten?

Vorlage für den Film ist ein Theaterstück und allzu theaterhaft entwickelt sich dann auch die Handlung. Personen treten nacheinander auf und wieder ab, und alle haben ein Problem, das in langen Gesprächen jeweils an die Oberfläche gebracht wird, wobei die Hauptperson mit ihrem schwergewichtigen Problem immer im Zentrum bleibt. Eine gescheiterte Ehe und eine unerfüllte Liebschaft liegen hinter dem Protagonisten Charlie, dies allein schien nicht genug Potential zu haben, daher musste letztere auch noch eine gleichgeschlechtliche sein, ohne dass dieser Aspekt für die Handlung tatsächlich entscheidend wäre.

Der doppeldeutige Titel des Films, der zunächst Assoziationen zu Charlies Leibesfülle weckt, bezieht sich auf Herman Melvilles Roman „Moby Dick“ und einen Essay darüber, aus dem immer wieder zitiert wird und dessen Autor erst am Ende endgültig klar wird. Dazwischen leidet Charlie an sich und seiner Leibesfülle und den damit verbundenen Schwierigkeiten, immer einen Atemzug vom Herzinfarkt oder einem fatalen Sturz entfernt, und lässt uns dabei fast körperlich mitleiden.

Brendan Fraser ist es zu verdanken, dass die peinlichsten Momente immer wieder aufgefangen werden und der stellenweise arg anstrengende Film einigermaßen erträglich bleibt. Er spielt seine Figur ergreifend und mit Würde und sorgt sogar für einige humoristische Elemente in dem ansonsten über weite Strecken zermürbenden Werk. Seine Leistung wurde sicher zu Recht mit einem Oscar belohnt, allerdings im Zusammenspiel mit der Abteilung „Maske“, die hier gleichermaßen Schwerstarbeit geleistet hat und verdientermaßen ebenfalls ausgezeichnet wurde.

Wer ergreifende Dramen mag, wird hier voll auf seine oder ihre Kosten kommen, allerdings bleibt am Ende die Frage, ob die Dramatik auch auf anderem Weg, z.B. mit einem anderen Problem oder einer anderen tödlichen Erkrankung hätte erreicht werden können, oder ob nicht doch letztlich der voyeuristische Aspekt um die unheimliche Leibesfülle eines Menschen zu dramaturgischen Zwecken missbraucht wird.

 


Regie: Darren Aronofsky

Drehbuch: Samuel D. Hunter, b/a seinem Theaterstück

Kamera: Matthew Libatique

Schnitt: Andrew Weisblum

Musik: Rob Simonsen

 

Besetzung:

Brendan Fraser, Sadie Sink, Ty Simpkins, Hong Chau, Samantha Morton, Sathia Sridharan

 

A24/ Protozoa Pictures

2022

117 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 27. April 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=2MJt4IkKElM (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=nWiQodhMvz4 (Englisch)

 

Mittwoch, 25. Januar 2023

Im Kino: Caveman

Autoverkäufer Bobby (Moritz Bleibtreu) möchte als Stand-up-Comedian neu durchstarten, aber kurz vor seinem ersten Auftritt, bei dem er sich komödiantisch mit dem komplizierten Verhältnis zwischen Männern und Frauen beschäftigen will, verlässt ihn seine Frau Claudia (Laura Tonke) und der Abend droht zu einem Desaster zu werden …

Basierend auf dem weltweit erfolgreichen Theater-Stück „Defending the Caveman“ von Rob Becke, das von den vielfältigen Missverständnissen zwischen Männern und Frauen handelt, bietet der Film in launigen Episoden einen Überblick über fast alle Tretminen, die es in einer Beziehung zwischen den Geschlechtern (hier: ausschließlich hetero…) so gib, alle eingebettet in den unter keinem guten Stern stehenden Stand-up-Auftritt, in dem der Protagonist Bobby die Geschichte seiner Ehe ausbreitet.

Die Angst, dass es hierbei zu einer Ansammlung der üblichen platten Klischees kommt, ist nicht ganz unbegründet, aber Darbietung und Inszenierung umschiffen einigermaßen elegant die gröbsten Klippen. Das Ganze ist erfreulich locker und erfrischend, was vor allem der sichtlichen Spielfreude der Darsteller zu verdanken ist. Besonders Wotan Wilke Möhring gelingt es, seiner Figur des guten Freundes und Nachbarn eine sensible und differenzierte Tiefe zu verleihen, die einfach nur Spaß macht. Aber auch Moritz Bleibtreu und Laura Tonke können überzeugen, viele ihrer Probleme dürften den Zuschauerinnen und Zuschauern durchaus vertraut sein, ein gutes Klischee zeichnet sich eben dadurch aus, dass schon irgendwas dran ist…

Wie eine Prise Salz den Geschmack des Kuchenteigs erst abrundet, hätte es für eine wirklich gute Komödie vielleicht noch eines tragischen Momentums gebraucht, aber dafür ist der Film mit seinen zahlreichen prominent besetzten Nebenrollen ein kurzweiliger Spaß über altbekannte und anscheinend unausrottbare Unzulänglichkeiten im Zusammenleben zwischen Männern und Frauen geworden – gut für einen Kinoabend zu zweit!

 

Regie: Laura Lackmann

Drehbuch: Simon Hauschild, Laura Lackmann

Kamera: Pascal Schmit

Schnitt: Charles Ladmiral, Sandy Saffeels, Korbinian Zierl

Musik: Josef Back, Till Brönner, Arne Schumann

 

Besetzung:

Moritz Bleibtreu, Laura Tonke, Wotan Wilke Möhring, Martina Hill, Jürgen Vogel, Thomas Hermanns

 

Constantin Film

D 2023

100 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=CahC07Wp11Q

https://www.youtube.com/watch?v=bsvUUzWaabM 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag, 27. August 2019

Film-Rezensionen: Golden Twenties


Der Titel ist der reine Hohn, denn auf die 25jährige Ava (Henriette Confurius) wartet nach abgeschlossenem Studium nichts, goldene Jahre schon gar nicht. Sie zieht erst einmal wieder bei ihrer Mutter Mavie (Inga Busch) ein und versucht, über eine Hospitanz am Theater im Berufsleben Fuß zu fassen. Beides gestaltet sich schwierig, ihre Mutter führt ihr eigenes Leben, in das Ava nicht mehr hineinpasst, und ihr geschiedener Vater, den sie in seinem Domizil auf dem Land besucht ist auch keine große Hilfe. Eine Beziehung zu dem Schauspieler Jonas (Max Krause) bleibt unverbindlich und nachdem die Theaterproduktion über interne Streitigkeiten zwischen Regisseur und Ensemble zerbricht, ist dies auch das Ende für Avas Engagement, aber sie ergreift keinerlei Initiative, sondern lässt auf sich zukommen, was sich ihr als nächstes bietet. Aus dieser Rolle der schweigenden Beobachterin heraus ist sie auch eine gefragte Zuhörerin, Freunde und Bekannte schütten ihr gern ihr Herz aus, aber niemand interessiert sich wirklich dafür, wie es Ava selbst geht. Darüber scheint sie jedoch nicht zu verzweifeln, in der Schlusseinstellung sieht man sie versonnen lächelnd auf einer Bootsfahrt, so wie sie auch auf ihrem Fluss des Lebens mit der Strömung dahindriftet, wobei tief in ihrem Innern vielleicht die Hoffnung schlummert, irgendwann doch einmal einen passenden Anleger zu finden.

Der Film bleibt so vage wie Ava selbst, von der wir nicht einmal erfahren, was sie überhaupt studiert hat. An keiner Stelle nimmt sie ihr Leben selbst in die Hand, sondern lässt sich von den Situationen treiben, die sich ohne eigenes Zutun ergeben und steht damit stellvertretend für die Generation Praktikum, die mit etwas Glück in etwas hineinrutscht, der aber offensichtlich schon frühzeitig die Initiative genommen oder sonst wie abhanden gekommen ist.

Genauso ziel- und orientierungslos wie Ava durch ihr Leben plätschert allerdings auch der ganze Film dahin, gänzlich ohne Höhepunkte, das Leben als Drama ohne dramatische Elemente. Die sympathische Henriette Confurius meistert ihre Rolle tapfer, viel verlangt ihr der Film allerdings auch nicht ab. Gegen einen Film, in dem sich die Hauptfigur nur treiben lässt, ist nichts zu sagen, aber dann muss es Elemente geben, die ein Zuschauen lohnen, witzige oder treffende Dialoge, kuriose oder originelle Szenen, irgendetwas, das darüber hinausgeht, nasser Farbe beim Trocknen zuzusehen.

Regie: Sophie Kluge
Drehbuch: Sophie Kluge
Kamera: Reinhold Vorschneider
Schnitt: Katja Dringenberg

Darsteller:
Henriette Confurius, Inga Busch, Max Krause, Julika Jenkins, Anton von Lucke, Michael Maertens, Blixa Bargeld

20th Century Fox
Deutschland 2019
92 min.
Deutscher Kinostart: 29. August 2019


Dienstag, 12. Juli 2016

Theater-Rezensionen: The River (Englisch)

"The River" - Play by Jez Butterworth

This is no review of the play "The River" with Hugh Jackman - currently on Broadway - because one can hardly write a review without giving it all away. That is already the first point why I highly recommend seeing it. Here are 4 other strong reasons:

- It is a new play. It has only been staged for a limited run in London, thus if you’re up to something that hasn’t been discussed and analysed to death, this is it!

- It is poetic and full of surprises. There are so many layers you have to dive through to get to the bottom; it is likely that everyone will come up with a different point of view. It is like looking into a flowing river, what you see in it, will be a reflection of you, your feelings and emotions. (If you don’t look close enough or without focussing, you might see nothing, but then you’d have to put the blame on you…).

- It will have you in its grip for a long time afterwards. It’s not like you leave the theatre saying: “Ok, that was wonderful. Now, where will we have dinner?” You will want to discuss it with your companions or even strangers you might meet afterwards at the stage door!

- The cast is fantastic. Hugh Jackman, Cush Jumbo and Laura Donnelly are excellent and the very intimate and very special atmosphere of the Circle in the Square Theatre lets you immerge totally into their acting.

My conclusion: Go see it! Like they say: you don’t regret the things you’ve done but those you haven’t done and you will surely regret not having taken the chance to see this play!

PS Oh, and this is NOT about Wolverine! Please resist making any allusion of that kind (as I read in some “professional” reviews), because it is lame and cheap. Hugh Jackman has a lot more to offer and after seeing him live on stage you will agree, that he’s one of the most versatile actors of our times!

Circle In The Square Theatre
235 West 50th Street New York, NY 
1:20 minutes
Closing: Feb 08, 2015

Cast:  

The Man: Hugh Jackman 
The Woman: Cush Jumbo 
The Other Woman: Laura Donnelly

Crew:

 Director: Ian Rickson 
 Set Designer: Ultz 
 Lighting Designer: Charles Balfour 
 Sound Designer: Ian Dickinson 
 Original Music: Stephen Warbeck

Theater-Rezensionen: The River

Hier meine Gedanken zu dem Theaterstück “The River”, das bis zum 08. Februar 2015 am Broadway in New York zu sehen war.
 
Das Stück spielt ausschließlich im Ambiente einer kleinen Fischerhütte an einem Fluss, es gibt nur drei(einhalb) Akteure, als da sind: "der Mann", "die Frau" und "die andere Frau"…

Der Mann bringt zu Beginn eine Frau in diese Fischerhütte, um mit ihr in einer mondlosen Augustnacht fischen zu gehen. Der Fluss und das Fischen nehmen vordergründig einen großen Raum ein, aber eigentlich geht es um Beziehungen und die Suche nach der großen Liebe.

Es sieht wie ein Test aus, den sich der Mann ausgedacht hat, um herauszufinden, ob er die „Richtige“ gefunden hat, ob sie zu ihm passt, was sich daran zeigen soll, ob sie seine Leidenschaft für das Fischen teilt. Es gibt zu Beginn ein paar durchaus witzige Wortgeplänkel, bis zu dem Moment, als die Frau beim gemeinsamen Fischen scheinbar verschwindet. Als der Mann daraufhin aufgeregt die Polizei anruft, betritt die andere Frau die Bühne, aber nur für den Zuschauer hat offensichtlich ein Wechsel stattgefunden, für die Akteure geht es einfach weiter.

Der bzw. die Frauen haben eine unterschiedlich Einstellung zum Fischen, hier hat man den Eindruck, es ist immer wieder die gleiche Geschichte, die sich für den Mann wiederholt, während er von seiner Leidenschaft manchmal regelrecht mitgerissen wird, sind die Frauen mal mäßig interessiert, mal gar nicht. Es scheint, dass sie sich nur ihm zuliebe auf den Ausflug eingelassen haben, richtig verstehen können sie ihn nicht. Für die Frauen ist allerdings wichtig, ob sie jeweils die Einzige sind, wen er noch mit dorthin gebracht hat und was aus den anderen Frauen geworden ist. Hierauf erhalten sie jedoch keine Antwort, so hartnäckig die eine oder andere auch fragt.

Eine Schlüsselszene ist der Moment, als der Mann von seinem ersten Fisch erzählt, den er mit sieben Jahren gefangen hat, von den überwältigenden Gefühlen, die er dabei empfunden hat, vor allem, als ihm der Fisch quasi im Augenblick seines höchsten Glücks entgleitet. Sein Versuch, den Fisch wiederzufinden ist natürlich aussichtslos, wer in einen Fluss schaut, erblickt in erster Linie eine Reflektion seiner selbst, ein entschwundener Fisch bleibt entschwunden.

Und so ist auch das Stück, wer immer es sich anschaut, wird wahrscheinlich etwas anderes darin sehen, abhängig von der eigenen Persönlichkeit, gespiegelt von dem seit Ewigkeit gleich fließenden Wasser, man könnte auch sagen, Leben.

Ich denke, dass der Mann einstmals seine große Liebe an den Fluss gebracht hat, die in ihm dieselben großen Gefühle ausgelöst hat, wie sein erstes Erlebnis mit dem Fisch, und diese Frau hat er verloren. Wodurch bleibt offen, sei es, dass sie ihn verlassen hat, sei es, dass sie nicht mehr lebt. Seitdem jedenfalls ist er auf der Suche nach dieser einen Frau in jeder anderen Frau, die er mit in die Hütte bringt, aber es sieht so aus, als würde es ihm nie gelingen, das Verlorene wiederzufinden, und die Erkenntnis hierüber lässt den Mann traurig und düster zurück.

Dennoch sieht es am Ende des Stücks so aus, als würde er zumindest seine Versuche nicht aufgeben, diese Liebe, die er sucht doch noch zu finden, sondern nach einem Moment der Verzweiflung, wenn es wieder nicht geklappt hat, fängt er – etwas desillusionierter aber unverdrossen – von vorne an. So sieht man ihn zum Schluss wieder seine Angelausrüstung vorbereiten, während eine dritte Frau den Platz der beiden anderen einnimmt und es entspinnt sich ein ähnliches Gespräch wie zu Anfang mit der ersten Frau.

Das Stück ist poetisch, melancholisch, düster, hat aber auch seine heiteren Momente, ganz wie das Leben, und ist erfüllt von der Sehnsucht nach der großen Liebe, die der eine vielleicht findet und der andere – leider – nicht.

Wie schon gesagt, es mag sein, dass jeder Zuschauer etwas anderes sieht. Wer allerdings gar nichts sieht, hat vielleicht die falsche Erwartung, dass hier eine fertige Geschichte erzählt wird, so wie man es bei einem herkömmlichen Theaterabend gewohnt ist. Darin, dass man quasi gezwungen wird, sich einen eigenen Reim auf das Stück zu machen, liegt der große Reiz – und natürlich in Hugh Jackmans Präsenz, der ohne Verkleidung oder sonstige Verfremdung diesen Mann so überzeugend darstellt und damit einmal mehr seine Klasse und Wandlungsfähigkeit beweist.



Circle In The Square Theatre
235 West 50th Street New York, NY 
1:20 Minuten
Letzte Vorstellung: 08. Februar 2015

Darsteller:
Der Mann: Hugh Jackman 
Die Frau: Cush Jumbo 
Die andere Frau: Laura Donnelly

Crew:
Autor: Jez Butterworth
Regie: Ian Rickson
Set Designer: Ultz
Lighting Designer: Charles Balfour
Sound Designer: Ian Dickinson
Original Music: Stephen Warbeck