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Mittwoch, 25. Januar 2023

Im Kino: Caveman

Autoverkäufer Bobby (Moritz Bleibtreu) möchte als Stand-up-Comedian neu durchstarten, aber kurz vor seinem ersten Auftritt, bei dem er sich komödiantisch mit dem komplizierten Verhältnis zwischen Männern und Frauen beschäftigen will, verlässt ihn seine Frau Claudia (Laura Tonke) und der Abend droht zu einem Desaster zu werden …

Basierend auf dem weltweit erfolgreichen Theater-Stück „Defending the Caveman“ von Rob Becke, das von den vielfältigen Missverständnissen zwischen Männern und Frauen handelt, bietet der Film in launigen Episoden einen Überblick über fast alle Tretminen, die es in einer Beziehung zwischen den Geschlechtern (hier: ausschließlich hetero…) so gib, alle eingebettet in den unter keinem guten Stern stehenden Stand-up-Auftritt, in dem der Protagonist Bobby die Geschichte seiner Ehe ausbreitet.

Die Angst, dass es hierbei zu einer Ansammlung der üblichen platten Klischees kommt, ist nicht ganz unbegründet, aber Darbietung und Inszenierung umschiffen einigermaßen elegant die gröbsten Klippen. Das Ganze ist erfreulich locker und erfrischend, was vor allem der sichtlichen Spielfreude der Darsteller zu verdanken ist. Besonders Wotan Wilke Möhring gelingt es, seiner Figur des guten Freundes und Nachbarn eine sensible und differenzierte Tiefe zu verleihen, die einfach nur Spaß macht. Aber auch Moritz Bleibtreu und Laura Tonke können überzeugen, viele ihrer Probleme dürften den Zuschauerinnen und Zuschauern durchaus vertraut sein, ein gutes Klischee zeichnet sich eben dadurch aus, dass schon irgendwas dran ist…

Wie eine Prise Salz den Geschmack des Kuchenteigs erst abrundet, hätte es für eine wirklich gute Komödie vielleicht noch eines tragischen Momentums gebraucht, aber dafür ist der Film mit seinen zahlreichen prominent besetzten Nebenrollen ein kurzweiliger Spaß über altbekannte und anscheinend unausrottbare Unzulänglichkeiten im Zusammenleben zwischen Männern und Frauen geworden – gut für einen Kinoabend zu zweit!

 

Regie: Laura Lackmann

Drehbuch: Simon Hauschild, Laura Lackmann

Kamera: Pascal Schmit

Schnitt: Charles Ladmiral, Sandy Saffeels, Korbinian Zierl

Musik: Josef Back, Till Brönner, Arne Schumann

 

Besetzung:

Moritz Bleibtreu, Laura Tonke, Wotan Wilke Möhring, Martina Hill, Jürgen Vogel, Thomas Hermanns

 

Constantin Film

D 2023

100 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=CahC07Wp11Q

https://www.youtube.com/watch?v=bsvUUzWaabM 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Kino: The Son

Nach der Scheidung von seiner Frau Kate (Laura Dern) lebt der erfolgreiche Anwalt
Peter (Hugh Jackman) in einer neuen Partnerschaft mit der jüngeren Beth (Vanessa Kirby), wo es auch bereits Nachwuchs gibt. In dieses Glück tritt eines Tages Peters Sohn Nicholas (Zen McGrath) aus seiner Ehe mit Kate, ein Teenager, der seiner Mutter in letzter Zeit nur noch Schwierigkeiten macht. Peter ist sofort bereit, sich um den Jungen zu kümmern, nicht ahnend, welcher Art die Schwierigkeiten tatsächlich sind, und ist völlig überfordert damit, seinem Sohn zu helfen…

Florian Zellers Adaption eines weiteren seiner eigenen Theaterstücke nach „The Father“ knüpft in keiner Weise an den Vorgängerfilm an, auch wenn Anthony Hopkins in einer Szene als Peters Vater besetzt ist, dieser Vater hat ebenfalls mit der Figur aus dem vorherigen Film nichts zu tun, dies nur zur Klarstellung vorweg.

Hier widmet sich Zeller dem schwierigen Thema „Depression“ und bewegt sich damit auf äußerst prekärem Terrain. Manchem wird dies vielleicht – weil selbst familiär betroffen – als zu schmerzhaft erscheinen, zumal es sich auch noch um Depressionen von Teenagern handelt, aber die eigentliche Tragik des Films liegt nicht in der Tatsache der Krankheit des Sohnes an sich – die natürlich für sich gesehen schlimm genug ist – sondern darin, was die Situation für dessen Vater bedeutet.

Peter nämlich ist mit einem Arschloch-Vater (Anthony Hopkins) gestraft, der sich nie um seine Familie gekümmert hat, in einem Treffen zwischen beiden verkehren sich die Rollen und man erkennt, dass eigentlich Peter der – titelgebende – Sohn ist, der seinem Vater nichts entgegenzusetzen hat. So war das Wichtigste für ihn, dessen Fehler zu vermeiden und alles besser zu machen, was ihm seiner Meinung nach auch erfolgreich gelungen war, wie Rückblicke auf unbeschwerte Tage zeigen, Ausflüge und Urlaube mit dem kleinen Nicholas, der das glücklichste Kind gewesen zu sein schien. 

Aus diesem Grund erkennt Peter Nicholas‘ Krankheit nicht als solche, sondern sieht darin sein eigenes Versagen als Vater, womöglich ausgelöst durch die Scheidung, gepaart mit den üblichen Teenagerproblemen wie Drogen oder Liebeskummer. Damit gäbe es eine Erklärung für das Unerklärbare, was jedoch ein fataler Irrtum ist, was alle Betroffenen irgendwann feststellen müssen, und dies macht der Film auch schmerhaft bewusst. Erst wenn man bereit ist, die Depression voll und ganz als Krankheit zu begreifen, ist der Weg frei für eine professionelle Therapie, aber manchmal kommen dieser Ansatz und diese Erkenntnis eben zu spät.

Der Film bietet keine leichte Kost, ist aber eindringlich und dicht, er setzt dabei nicht auf ein theaterhaftes Kammerspiel, sondern führt immer wieder auch hinaus in die Außenwelt, verengt sich dann aber immer weiter auf sein bitteres Ende hin, das zwar nicht unerwartet aber dennoch aus dem Nichts zu kommen scheint.

Zu verdanken hat der Film seine Intensität den durchweg guten Darstellern, vor allem
Hugh Jackman beweist einmal mehr seine Vielseitigkeit. Sein Porträt eines durch alle Höhen und Tiefen gehenden Menschen ist eindrucksvoll und bewegend, ungeschminkt und pur. Leider scheint ihm auch dieses Mal, wie schon so oft – man denke nur an seine Leistungen in dem Villeneuve-Film „Prisoners“ oder noch früher in Darren Aronofskys „The Fountain“ – die verdiente Anerkennung dafür versagt zu bleiben. Obwohl es nach der Uraufführung des Films bei den Festspielen in Venedig 2022 viel Lob für ihn gab, geht er auch in der diesjährigen Awards Season leer aus. Es scheint, dass sich bei den „wichtigen“ Preisverleihungen sich die JurorInnen offensichtlich mehr von viel Schminke, Fatsuits und sonstiger Verkleidung beeindrucken lassen, wie die Auszeichnungen der letzten Jahre jedenfalls nahe legen. Ungeachtet dessen ist „The Son“ großartiges Schauspielerkino im besten Sinne, ein Kammerspiel mit Tiefgang.

 


 Regie: Florian Zeller

Drehbuch: Christopher Hampton, Florian Zeller b/a Theaterstück von Florian Zeller

Kamera: Ben Smithard

Schnitt: Yorgos Lamprinos

Musik: Hans Zimmer

 

Besetzung:

Hugh Jackman, Laura Dern, Zen McGrath, Vanessa Kirby, Anthony Hopkins

 

Leonine

USA 2022

 123 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 26. Januar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=cYDqE38sMMM (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=SJWRY4DzoAQ (Englisch)

 

 

Mittwoch, 11. Januar 2023

Im Kino: Acht Berge (Le Otto Montagne)

Pietro (Luca Marinelli), ein Junge aus der Großstadt Turin, verbringt mit seinen Eltern die Sommerferien regelmäßig auf dem Land in einem kleinen Bergdorf und freundet sich dort mit dem einzigen gleichaltrigen Jungen Bruno (Alessandro Borghi) an, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden wird…

Der Film zeichnet diese Freundschaft bis hinein ins Erwachsenenleben nach und lässt die beiden Protagonisten dabei immer wieder an deren Ursprung in den Bergen zurückkehren. Im ungewöhnlichen 4:3-Format türmt sich die Kulisse der Bergwelt über ihnen auf, weniger beschützend, dafür immer existenzbestimmend. Es geht um unterschiedliche Lebensentwürfe, den immer wieder von außen sehnsuchtsvoll unterstellten Zauber des Landlebens und dessen manchmal harte, abweisende und vor allem oft einsame Realität.

All dies hat durchaus seine Reize, die allerdings über die Laufzeit von mehr als 140 Minuten arg überstrapaziert werden, hier hätte wieder einmal eine Reduzierung und Komprimierung gut getan, dann hätte es ein richtig starker Film werden können. Aufgrund der deutschen Synchronisation geht leider auch ein wichtiger Teil der mit dieser norditalienischen Landschaft verbundenen Sprachidentität und des dazu gehörenden Lokalkolorits verloren, aber dieser letzte Kritikpunkt wird sicher nach wie vor im deutschen Verständnis und aufgrund der über Jahrzehnte eingefrästen deutschen Sehgewohnheiten für die meisten ZuschauerInnen ein vernachlässigbarer bleiben…

 


 Regie: Felix van Groeningen, Charlotte Vandermeersch

Drehbuch: Paolo Gognetti, Charlotte Vandermeersch, Felix van Groeningen

Kamera: Ruben Impens

Schnitt: Nico Leunen

Musik: Daniel Norgren

 

Besetzung:

Luca Marinelli, Alessandro Borghi, Lupo Barbiero, Cristiano Sassella, Elisabetta Mazzullo, Alex Sassella

 

Wildside/ DCM

2022

147 min.

FSK 6

Deutscher Kinostart: 12. Januar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6tcOCtxNZ_M (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=i1V4Rhkwdjs (Italienisch)

 

 

Im Kino: In der Nacht des 12. (La Nuit du 12)

Für jeden Polizisten gibt es einen Fall, der ihn seine ganzes Berufleben lang verfolgt. Für Yohan (Bastien Bouillon) ist es der Mord an der jungen Clara (Lula Cotton Frapier), die in der Nacht eines 12. Oktober auf dem Heimweg von einer Party von einem Fremden mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt wurde...

In diesem Polizeifilm, angesiedelt in der trist anmutenden Atmosphäre einer Kleinstadt in den französischen Alpen in der Nähe von Grenoble, entwickelt sich die Suche nach dem Täter dieser abscheulichen Tat als realistische, fast schon dokumentarisch anmutende kleinteilige Arbeit. Eingebettet in eher schmucklose Bilder, die jedoch eine eigene düstere und unheilvolle Intensität ausstrahlen, folgt man gespannt den einzelnen Rechercheschritten der ermittelnden Polizisten, allen voran des ruhig und bedacht agierenden Yohan, der hier seinen ersten größeren Fall als Ermittler leitet und – dies darf auch hier schon verraten werden – am Ende scheitert.

Obwohl dies eigentlich von Beginn an klar ist, wird man dennoch hineingezogen in die Handlung, schaut dabei quasi den Ermittlern hautnah über die Schulter, und verliert dadurch, genau wie sie, bis zum Schluss nicht die Hoffnung, dass das Verbrechen doch noch aufgeklärt werden kann. Aber diese Hoffnung bleibt vergeblich, selbst eine spätere Wiederaufnahme der Tätersuche auf Initiative einer neuen Staatsanwältin, führt nicht zum erhofften Erfolg. Es bleibt dabei, dass manche Dinge im Leben eben nicht zu einem gerechten Ende gebracht werden können, eine befriedigende Lösung versagt und damit ein Unrecht ungesühnt bleibt.

Ein etwas anderer Krimi ohne spektakuläre Action, intensiv und düster, der von seinen Figuren, vor allem der von Bastien Bouillon hervorragend interpretierten Hauptfigur Yohan, getragen wird, bei der an einmal auch die andere, vielleicht realistischere Seite, der Kriminalermittlungen erlebt, die über das übliche Einerlei der allabendlichen TV-Mörderjagden hinausgeht.

 


  Regie: Dominik Moll

Drehbuch: Gilles Marchand, Dominik Moll, b/a Buch von Pauline Guéna

Kamera: Patrick Ghiringhelli

Schnitt: Laurent Rouan

Musik: Olivier Marguerit

 

Besetzung:

Bastien Bouillon, Bouli Lanners, Théo Cholbi, Mouna Soualem, Lula Cotton Frapier

 

Haut et Court/ Ascot Elite Entertainment Group

2022

115 min.

FSK

Deutscher Kinostart: 12. Januar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Vl14Z2VFHJs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_zlztTha8Mw (Französisch)

 

Dienstag, 3. Januar 2023

Im Kino: The Banshees of Inisherin

Irland in den 1920ger Jahren: Auf dem Festland herrscht Bürgerkrieg, um die Unabhängigkeit vom britischen Mutterland zu erkämpfen, aber davon ist auf der vorgelagerten Insel Inisherin (mit Betonung auf dem e…) nichts zu merken, hier geht das Leben seinen ruhigen Gang. Mittelpunkt der Gemeinschaft ist der örtliche Pub, und dort hängen normalerweise auch die Freunde Pádraic Súilleabháin (Colin Farrell) und Colm Doherty (Brendan Gleeson) ab, bis Colm sich eines Tages weigert, auch nur ein weiteres Wort mit Pádraic zu wechseln, einfach weil dieser ihn so maßlos anödet. Um zu zeigen, wie ernst es ihm damit ist, kündigt er eine drastische und verstörende Maßnahme an…

Das Leben auf dem Lande erscheint oft als paradiesische Idylle, in der die Menschen noch Zeit füreinander haben und sich in harmonischer Gemeinschaft miteinander austauschen. Es kann aber auch ganz schön öde sein, und man muss mit dem „Material“ zurechtkommen, das da ist. Sobald das nicht mehr genügt, gibt es nicht viele Möglichkeiten, etwas zu ändern, eine davon wählt Pádraics Schwester Siobhán, als sie die Insel verlässt. Die innere Emigration, die Colm vorschwebt, funktioniert dagegen nicht so, weil man sich auf begrenztem Terrain unweigerlich immer wieder begegnet.

Martin McDonagh hat aus diesem Dilemma einen anrührend eindringlichen Film gemacht, bei der Menschen und Landschaft in ihrer Beschränktheit gleichermaßen anziehend und abstoßend zugleich wirken. Den Film als Komödie einzuordnen fällt daher schwer, zumal die Figuren dafür auch nicht wirklich skurril genug sind, wenngleich es komische Momente gibt. Es überwiegt eher das Gefühl einer tiefen Tragik, eines Tages zu erkennen, dass man mit seinem Leben und seiner Zeit bisher nicht das Richtige getan hat und vielleicht nicht mehr lange genug bleibt, um dies zu ändern. Ist es besser, seine Zeit mit langweiligen Menschen in nichtssagenden Gesprächen zu verschwenden, als allein zu sein? Ist man selbst denn so viel interessanter als Gesprächspartner, oder steckt darin nicht auch eine gewisse Überheblichkeit?

Was der Film schließlich auch noch eindrücklich vor Augen führt, ist, wie schnell eine scheinbare Idylle gesprengt werden kann, wie rasch aus zuvor friedlichen Menschen und Nachbarn plötzlich unnachgiebige Feinde werden können, vor denen es kein Entkommen gibt. Wie aus Freundschaft am Ende Hass wird, ohne dass es eines wirklich gravierenden Anlasses bedarf, das ist erschreckend und da bleibt das hin und wieder aufkommende Lachen endgültig im Halse stecken.

Eindringlich inszeniert lebt der Film von seinen Darstellern, die allesamt hervorragend besetzt sind, aber es ist vor allem Colin Farrell, der die Schlichtheit seiner Figur und deren inneren Kämpfe ohne sichtbare oder exaltierte Schauspielarbeit und vor allem ohne Hilfe von MaskenbildnerInnen verkörpert, Mimik, Gestik und Stimme genügen manchmal auch, um eine große Schauspielleistung zu vollbringen!

Ein eigenwilliges, aber sehenswertes Werk über die Dämonen in jedem/r von uns, für alle, die es etwas ruhiger mögen, wobei es durchaus einige drastische Szenen gibt, die nichts für zarte Gemüter sind. Empfehlenswert wäre es, den Film in der Originalfassung – dann aber unbedingt mit Untertiteln – zu genießen, um den besonderen Charakter des Films noch besser erleben zu können, wobei hier nicht beurteilt werden kann, wie gut die deutsche Fassung geworden ist.


Regie: Martin McDonagh

Drehbuch: Martin McDonagh

Kamera: Ben Davis

Schnitt: Mikkel E.G. Nielsen

Musik: Carter Burwell

 

Besetzung:

Colin Farrell, Brendan Gleeson, Kerry Condon, Barry Keoghan, Pat Shortt,


Searchlight Pictures/ Walt Disney/ 20th Century Studios

2022

109 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 05. Januar 2023

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=GQBpvw8FMes (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=9-R9u2UD3FU (Englisch)



Im Kino: Operation Fortune (Operation Fortune: Ruse de Guerre)

Ein Team um den Spitzenagenten Orson Fortune (Jason Statham) soll den Verkauf einer hochgefährlichen Sache verhindern, wobei niemand so genau weiß, um was es sich eigentlich handelt, noch scheinen Käufer und Verkäufer bekannt zu sein, nur dass die nationale Sicherheit in Gefahr ist, scheint klar. Als Köder für den hinter dem Deal vermuteten Oberschurken Greg Simmonds (Hugh Grant) dient der von Simmonds verehrte bekannte Schauspieler Danny Franscesco (Josh Hartnett), und dann tauchen immer mehr Player im unübersichtlich werdenden Spiel auf…

Wie kein zweiter versteht es Guy Richie in seinen Filmen coole Action mit beiläufig gestreutem Humor zu einem spaßigen aber dennoch spannenden Plot zu verbinden, was hier einmal mehr hervorragend gelungen ist, wobei die Agentenstory im Laufe der Handlung eher zweitrangig wird, so dass sich niemand grämen muss, wenn er im Schwung des Geschehens schon mal den Überblick verliert.

Unterstützt wird Richie dabei von seiner Riege spielfreudiger Akteure, unter denen vor allem Hugh Grant wieder einmal zeigen darf, dass er sich erfolgreich von seinem früheren Image gelöst hat. Wie schon in „The Gentlemen“ perfekt eingesetzt, gibt Grant hier den schmierigen, gierigen, raffinierten Gauner, der bis zum Schluss die Fäden mehr oder weniger souverän in der Hand hält und veredelt damit einen durchschnittlichen Film zu einem unterhaltsamen Actionspaß. Ein gelungener Start in das Kinojahr 2023!


Regie: Guy Richie

Drehbuch: Ivan Atkinson, Marn Davies, Guy Richie

Kamera: Alan Stewart

Schnitt: James Herbert

Musik: Christopher Benstead

Besetzung:

Aubrey Plaza, Hugh Grant, Jason Statham, Eugenia Kuzmina, Josh Hartnett, Eddie Marsan


Miramax/ Leonine

2023

114 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 05. Januar 2023


Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=V-eEpS75ANE (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=7g-vhmIEvX0 (Englisch)