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Dienstag, 29. Dezember 2020

Das Filmjahr 2020...

... war ein schlimmes Jahr. Vieles konnte nur kurz im Kino erfreuen und ist dann direkt in die diversen Streaming-Dienste gewandert oder auf Blu-ray/DVD herausgebracht worden, um dort im besten Fall auf einem großen TV-Bildschirm, im schlimmsten auf winzigen Tablets oder (*grusel*) Smartphones betrachtet zu werden…

Hier dennoch meine Auswahl an Filmen, die mir im abgelaufenen Jahr am besten gefallen haben, wie stets chronologisch, nicht als Rangliste:

 

 - Little Women (Januar) – Charmante Neuverfilmung eines Klassikers mit hervorragenden Schauspielerinnen, allen voran die wunderbare Florence Pugh.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/01/film-rezensionen-little-women.html

 - The Gentlemen (Februar) – Schräge Gaunerkomödie, gelungen und mit Stars gespickt, einmal anders und richtig gut: Hugh Grant.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/02/film-rezensionen-gentlemen.html

 - Der Unsichtbare (The Invisible Man) (Februar) –Horrorfilmklassiker in neuem Gewand, solide, aber mit einer exzellenten Elisabeth Moss

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/02/film-rezensionen-der-unsichtbare.html

 - New York – Die Welt vor deinen Füßen (The World before your feet) (März) – Der Amerikaner Matt Green wandert durch alle Stadtteile New Yorks, durch wirklich jede Straße und jede Gasse – Faszinierende Dokumentation über einen Einzelgänger (kein Wortspiel…) und eine Stadt.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/03/film-rezensionen-new-york-die-welt-vor.html

 - Onward (März) – Bezaubernder Film über zwei Brüder, einen verlorenen und nur halb wiedergefundenen Vater, ein aufregendes Abenteuer mit sentimentalen, aber nie kitschigen Momenten, großes Kino für Kinder und Erwachsene aus dem Hause Pixar.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/03/film-rezensionen-onward-keine-halben.html

 - Monos (Juni) – Eindrucksvoll bebildertes Drama im Urwald, zwischen Abenteuertrip und psychologischem Kammerspiel.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/06/monos-zwischen-himmel-und-holle-monos.html

 - The King of Staten Island (Juli) – Liebevolles und tragikomisches Porträt eines jungen Nesthockers, der durch den frühen Verlust des Vaters nicht in die Spur kommt.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/07/im-kino-king-of-staten-island.html

 - Berlin Alexanderplatz (Juli) Für mich der beste Film des Jahres, zwar kein neuer Stoff, aber zeitgemäß adaptiert und deshalb von überraschender Aktualität, mit herausragenden Schauspielern, allen voran beeindruckt einmal mehr Albrecht Schuch.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/07/berlin-alexanderplatz.html

 - Tenet (August) – Für mich der zweitbeste Film des Jahres, ein furioser Action-Thriller mit dem gewissen Nolan-Touch, auf Anhieb kaum zu durchschauen, mehrfaches Ansehen lohnt!

Zu loben bleibt außerdem der Mut, einen solchen Blockbuster in diesen schwierigen Zeit überhaupt ins Kino zu bringen. Sicher blieb der Film (bisher) hinter den Erwartungen zurück, aber immerhin hat er seine Produktionskosten eingespielt, was alle anderen Studios, die ihre Filme immer und immer wieder verschoben haben (Bond, die sich zierende Jungfrau!), erst noch vor sich haben. Was davon dann tatsächlich noch im nächsten Jahr ins Kino kommt, bleibt abzuwarten, einiges ist ja schon direkt in die – teilweise hauseigenen – Streamingdienste gewandert, siehe Disney und „Mulan".

Danke noch mal Warner, dass ihr die Ei*r gehabt habt, danke für das einzige fulminante Kinoerlebnis im ganzen Jahr!

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/08/tenet.html

 - Mein Liebhaber, der Esel und ich (Oktober) – Die charmanteste und schönste Komödie des Jahres über eine Frau auf dem Weg zu sich selbst und einen einfühlsamen, wenngleich störrischen Esel, der ihr dabei hilft.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/10/im-kino-mein-liebhaber-der-esel-ich.html

 

Das waren die Filme, die zumindest kurz im Kino liefen, hier noch zwei Filme, die es aus dem Heimkino in meine Liste geschafft haben

 

- Pinocchio (Dezember) – Sehr nah am Buch angesiedelte wunderbare Version des Klassikers.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/12/heimkino-pinocchio.html

 

Und dieser Film wurde von Amazon produziert, insofern ist er bereits jetzt auf Amazon Prime zu sehen, kommt aber hoffentlich im nächsten Jahr noch ins Kino, er hätte es verdient:

 - Sound of Metal (Dezember) – Musiker verliert sein Gehör und versucht, sich in der Welt der Gehörlosen zurecht zu finden, mit beeindruckendem Hauptdarsteller und grandiosem Sound Design.

https://wandasnewworld.blogspot.com/2020/12/heimkino-sound-of-metal.html

  

Zwei weitere Filme, die der Presse bereits gezeigt wurden, wären auch noch auf meiner Liste, der Kinostart steht aber hoffentlich im nächsten Jahr noch an, deshalb folgt ihre Rezension später:

 

- A quiet place 2 Gelungene Fortsetzung des Horrors um blinde, aber äußerst geräuschempfindliche Aliens, die die Menschheit terrorisieren

 

- Curveball – Ein Film über Lügen, die zu alternativen Wahrheiten werden, bis sie nicht mehr als Lügen zu erkennen sind, am Ende sterben Menschen. Wirklich so passiert, ich schwöre.

 

Und last but not least

 

- Bad Education – Irrwitzige Geschichte um einen Betrug im Schulmilieu, ebenfalls wirklich so passiert, das Leben schreibt doch die besten Drehbücher! Als Kinofilm produziert, dann aber von HBO ausgestrahlt und mit einem Emmy belohnt, mit dem besten Duo des Jahres: Hugh Jackman und Allison Janney. Rezension folgt.

 

Das war’s – es kommen bald hoffentlich wieder bessere Zeiten, das Jahr mag insgesamt beschi**en gewesen sein, die genannten Filme waren es nicht!

Dienstag, 15. Januar 2019

Das Filmjahr 2018

An dieser Stelle möchte ich das Jahr noch einmal Revue passieren lassen und präsentiere meinen ganz persönlichen Filmjahresrückblick, die Film erscheinen chronologisch, nicht als Rangliste:

Meine Favoriten

Greatest Showman (Januar)
Wie der Zirkus entstand: Die Geschichte des P.T. Barnum als schwungvolles Musical mit einem Soundtrack, der durchweg Ohrwurmcharakter hat und einem tollen Ensemble, allen voran einem singenden und tanzenden Hugh Jackman in Bestform.

Three Billboards outside Ebbing, Misouri (Januar)
Böser Film über den Rachfeldzug einer trauernden Mutter, die ihre Tochter bei einem Verbrechen verloren hat, unnachgiebig und kompromisslos.

The Death of Stalin (März)
Politsatire mit beißendem Spott: Wie man an die Macht kommt und wie man verhindert, dass andere an die Macht kommen, über Leichen zu gehen kann dabei nicht schaden.

Isle of Dogs (Mai)
Warmherzige Geschichte über den einst besten Freund des Menschen in Stop Motion-Technik, mit japanischem Touch, etwas Sozialkritik und einer bunt gemischten Hundetruppe, Verstoßene, die sich zurück in die Herzen der Menschen kämpfen.

25 km/h (Oktober)
Charmantes deutsches Roadmovie mit zwei hervorragend aufgelegten Hauptdarstellern und gut besetzten Nebenrollen, der Beweis, dass eine deutsche Komödien auch niveauvollen Spaß mit Tiefgang bieten kann.

Bad Times at the El Royale (Oktober)
Spannend und trickreich inszenierter Film mit glänzenden Darstellern, die sich ein Stelldichein in einem ganz speziellen Hotel geben, beste schräge Unterhaltung mit Kultcharakter

Dogman (Oktober)
Kleiner, stiller Film aus der tristen italienischen Provinz über einen bemitleidenswerten Tropf, mit furiosem Ende und der Erkenntnis: Hunde sind doch die besseren Menschen.

Werk ohne Autor (Oktober)
Bilderbogen zur deutschen Geschichte über Kriegsgräuel, Opportunismus, familiäre Verstrickungen und die heilende Kraft der Kunst.

Assassination Nation (November)
Furiose Abrechnung mit dem amerikanischen Traum, mit der Freiheit und den Freuden des Internets, mit der Unterdrückung von Frauen, Schwarzen, und überhaupt mit allem.

Bohemian Rhapsody (November)
Trotz einiger biographischer Ungenauigkeiten voller Herz, Schmerz, der Musik von Queen und einem überzeugend besetzten Freddie Mercury – da bleibt kein Auge trocken, we will rock you!

Auch gut

Wunder (Januar)
Berührender Film über Außenseiter, die Liebe und ganz viel Mut.

I Tonya (März)
Aufstieg und tiefer Fall der „Eishexe“ Tonya Harding, satirisch und unterhaltsam.

Lady Bird (April)
Coming-of-Age-Story mit guten Darstellern.

Deadpool 2 (Mai)
Die Quasselstrippe schlägt wieder zu – politisch unkorrekt, böse und ziemlich komisch.

Foxtrot (Juli)
Dem Schicksal entgeht man nicht und Krieg endet immer tödlich, selbst im Frieden. 

Mission Impossible – Fallout (August)
Ethan Hunt gegen alle – trotz hanebüchener Handlung spannend und unterhaltsam.

Book Club (September)
Trotz schlechten Buchgeschmacks beweist tolles Damenquartett, dass Liebe zeitlos ist.

Bumblebee (Dezember)
ET goes Transformers – gelungenes Prequel. Oder ein Reboot?

Leto (November)
Rocksommer im Leningrad der 80ger Jahre, originell, bunt und laut.


Unterschätzte Filme

Letztendlich sind wir dem Universum egal (Mai)
Jugendfilm über eine wandernde Seele auf der Suche nach Liebe.

Love, Simon (Juni)
Erste Liebe und Erwachsenwerden betrifft nicht nur Heteros.

Nur ein kleiner Gefallen (November)
Harmlose Hausfrau entpuppt sich als taffes Mädel, satirisch und überraschend, mit schönen, stylischen Bildern.

Hostiles (Mai)
Kompromissloser Spätwestern, zu Unrecht übersehen.

Molly’s Game (März)
Jessica Chastain zieht alle über den Pokertisch, bis man ihr das Handwerk legt – spannendes Spielerdrama.


 Überschätzte Filme

A Star is Born (Oktober)
Warum? Warum zum vierten Mal die bekannte Geschichte?

Aufbruch zum Mond (November)
Zu altmodisch inszeniert, mit einem ausdruckslosen Hauptdarsteller.

Überflüssige/ Ärgerliche Filme

Alles Geld der Welt (Februar)
Zu lang, um den Entführungsfall Getty noch einmal spannend aufzuarbeiten (überflüssig)

Red Sparrow (März)
Schlecht inszenierte krude Agentenstory, bei der aber auch gar nichts überzeugt. (ärgerlich)

Solo – A Star Wars Story (Mai)
Beantwortet Fragen über Han Solos Vergangenheit, die nie gestellt wurden, mit einem farblosen Darsteller in der Titelrolle (überflüssig)

Papillon (Juli)
Fügt dem Original von 1973 nichts Sehenswertes hinzu. (überflüssig)

Hereditary (Juni)
Hatte das Potential für einen spannenden Horrorfilm und vergeigt es mit einem hanebüchenen Ende.

Sicario 2 (Juli)
Hat leider nicht mehr die Wucht und Überzeugungskraft des ersten Films. (überflüssig)

A Star is Born (Oktober)
Drittes Remake (überflüssig) eines uralten Stoffes, mit dem ein alkoholnuschelnder Bradley Cooper als Hauptdarsteller, Sänger Regisseur und Drehbuchautor einen kalkulierten Frontalangriff auf Oscar & Co startet, indem er sich selbst groß in Szene setzt, Lady Gaga als Sängerin am Anfang ihrer Karriere besetzt und dieses Kalkül auch leider zum größten Teil aufgeht. (ärgerlich)

Abgeschnitten (Oktober)
Die Welt des Sebastian Fitzek ist nicht die meine – kruder Film basierend auf einer kruden Buchvorlage. (ärgerlich)

Kin (September)
Konnte sich nicht zwischen Jugend-, Kriminal- und Science-Fiction-Film entscheiden. (ärgerlich)

Mortal Engines (Dezember)
So ein Aufwand für so eine schwache Geschichte voller Klischees und bekannter Versatzstücke. (ärgerlich)