Blog-Archiv

Mittwoch, 16. September 2026

Im Kino: Pressure

72 Stunden vor der geplanten Landung der alliierten Truppen in der Normandie, der größten Seeinvasion aller Zeiten, kommt der hinzugezogene Meteorologe James Stagg (Andrew Scott) mit schlechten Nachrichten: ein heraufziehender Sturm droht die Aktion zum Scheitern zu bringen, damit steht alles in Frage, worauf sich Oberbefehlshaber Dwight D. Eisenhower (Brendan Fraser) und sein gesamter Stab so lange vorbereitet haben, und einen Aufschub kann es nicht mehr geben, denn lange lassen sich die geheimen Landungspläne nicht mehr vor den Nazis geheim halten…

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von David Haig und schildert die bisher unbekannte Vorgeschichte der als D-Day in die Geschichte eingegangenen Landung der Alliierten in der Normandie. Aber es ist kein Schlachten-Film im üblichen Sinne, sondern eher ein Kammerspiel, bei dem die Kämpfe in Konferenzräumen ausgetragen werden. Der ungeheure Druck („Pressure“), in der neben der meteorologischen zweiten Bedeutung des Wortes, ist förmlich spürbar, hängen doch von den Entscheidungen das Leben von tausenden Soldaten sowie der Erfolg des Unternehmens und damit des gesamten Krieges ab.

Dass die Spannung zum Greifen nah ist, liegt an der Leistung der Akteure, wobei Brendan Fraser den bullerigen, kriegserprobten Haudegen heraushaut, der nur durch seine Vertraute Captain Kay Summersby (Kerry Condon) zu bändigen ist. Demgegenüber brilliert einmal mehr Andrew Scott, dessen nuancierte Darstellung das ganze Drama trägt. Sein sperriger Charakter Stagg buhlt nicht um Beifall, schon gar nicht von der falschen Seite, er weiß, was er kann, aber auch, was ein Meteorologe zum damaligen Zeitpunkt nicht kann, stur, aber jederzeit seiner Verantwortung bewusst, auch wenn ihn ein privates Schicksal fast aus der Bahn zu werfen droht, zieht er sein Ding durch und überzeugt am Ende alle.

Wer hätte gedacht, dass ein Film über das Wetter so packend und mitreißend sein kann, vor allem bei einem Ereignis, über das man schon alles zu wissen glaubte!

 James Stagg: Wie kann das Wetter langweilig sein?

Dwight D. Eisenhower: Wir hatten einfach die besseren Meteorologen.

 

 Regie: Anthony Maras

Drehbuch: David Haig, Anthony Maras, b/a Theaterstück von David Haig

Kamera: Jamie Ramsay

Schnitt: Anthony Maras

Musik: Volker Bertelmann

 Besetzung:

Andrew Scott, Brendan Fraser, Kerry Condon, Chris Messina, Damian Lewis, Tamsin Topolski, Jojo Macari, Con O’Neill, Alexander Hanson, Robert Portal

 StudioCanal/ Working Title Films/ StudioCanal Film

100 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=8BiWvmLLyZw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=_gQwG9Xi13g (Englisch)

Im Kino: Resident Evil

Brian Hodukavich (Austin Abram) ist Kurierfahrer und sein aktueller Auftrag, ein lebenswichtiges Medikament nach Raccoon City zu bringen, führt ihn auf eine irrwitzige Fahrt, bei der ihn alles, was er unternimmt, um die Sache zu Ende zu bringen, immer weiter in einen nicht enden wollenden Albtraum hineinzieht…

Diese neue Verfilmung aus der Reihe der Survival-Horror-Spiele hat jede Menge schaurige Momente zu bieten, lebt aber auch von ihren Suspense-Momenten, die ebenso an den Nerven zerren, wie die Horror-Kreaturen, aber eine gehörige Portion Humor macht das Ganze überraschend kurzweilig, auch und gerade für jemanden wie mich, die sich im Horror-Video-Spiel-Genre kein bisschen auskennt und bisher auch erst eine der vorherigen Verfilmungen kennt.

Wie Kenner der Szene das Ganze sehen, sei dahingestellt, ich habe mich jedenfalls, dank des irrwitzigen Plots und des unwiderstehlich mitreißend von einem in den anderen Schlamassel tappenden Austin Abram wider Erwarten gut unterhalten.

 

 Regie: Zach Cregger

Drehbuch: Zach Cregger, Shay Hatten

Kamera: Dariusz Wolski

Schnitt: Joe Murphy

Musik: Scott Hedrick

 Besetzung:

Austin Abram, Paul Walter Hauser, Zach Cherry, Kali Reis, Johnno Wilson, Devon Stewart, Shaun W Loeser

 Constantin Film/ Columbia Pictures/ Sony Pictures

2026

94 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=D4zDF6jENQs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=mNd1gb19A-c (Englisch)

 

Im Kino: Adams Acht

Um einer Gruppe von Jugendlichen nach dem verlorenen Krieg, der vielen den Vater genommen hat, etwas Halt zu geben, baut Lehrer Karl Adam (Oliver Masucci) in den 1950er Jahren in der direkt an der Zonengrenze gelegenen Kleinstadt Ratzeburg eine Rudermannschaft auf. Er verfügt zwar nur über theoretische Kenntnisse, die aber bringen ihn und seine Jungs gegen alle Widerstände zu ungeahnten Erfolgen…

Erzählt wird die wahre Geschichte des Außenseiterteams, das 1958 zur Überraschung der etablierten und elitären Konkurrenz die deutsche Meisterschaft in der Königsdisziplin, dem Achter, gewann, bestens eingestellt von Trainer Adam, der mit unkonventionellen Methoden diesen und viele weitere Erfolge möglich machte.

Es gelingt dem Film, den Rudersport, der eigentlich nicht unbedingt spannend anzuschauen ist, so interessant darzustellen, dass man mit den Akteuren mitfiebert, wobei auch der sozialkritische Aspekt, hier die eher elitären Rudervereine mit dünkelhaften Funktionären und ebensolchen jungen und hochnäsigen Sportlern, dort die Underdogs, die zunächst nicht einmal über ein konkurrenzfähiges Boot verfügen, eine gewichtige Rolle spielt.

Dann aber scheint der Regisseur seiner Geschichte und deren Stärken nicht ganz zu vertrauen, denn durch ein paar Nebenhandlungssträngen, wie der ein oder anderen Liebesgeschichte und politischen Komplikationen im kleinen Grenzverkehr mit der DDR vor dem Mauerbau, wirkt das Ganze am Ende ein wenig überfrachtet und man verliert die Hauptfigur, den Lehrer Adam, der mit seinen eigenen Verstrickungen während der Nazizeit zu kämpfen hat, leider ein wenig aus dem Fokus.

Dennoch ist es ein sehenswerter Film, zeitgeschichtlich interessant und vor allem an ein Sportereignis erinnernd, von dem man, wenn man nicht gerade Ruder-Fan ist, noch nichts gehört haben dürfte, das aber den Grundstein zu den späteren Erfolgen der deutschen Ruder-Achter gelegt haben dürfte.  

 

   Regie: Hannu Salonen

Drehbuch: Stephan Falk, Domenik Pockberger

Kamera: Felix Cramer

Musik: Karim Sebastian Elias

 Besetzung:

Oliver Masucci, Felix Kammerer, Leonard Kunz, Svenja Jung, Heino Ferch, Axel Milberg, Jens Münchow, Lisa Karlström

 Majestic/ Majestic Filmverleih

2026

124 min.

FSK 6

                                Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=y_b_7for_m4

 

Im Kino: Runner

Hank Malone (Alan Ritchson) ist Kurierfahrer für spezielle Aufgaben in Brisbane und soll eines Tages ein lebenswichtiges Spenderorgan für ein kleines Mädchen in einem Krankenhaus abliefern, das mit einem anderen Kurier namens Ben Bishop (Owen Wilson) aus Hawaii eingeflogen wurde. Da Ben darauf besteht, das Organ bis zum Ziel nicht aus den Augen zu lassen, hat Hank nun ein wertvolles Paket, einen redseligen Mitfahrer und einen aus einem anderen Auftrag übrig gebliebenen Vogel in seinem Auto, als ihnen plötzlich ein Gangstertrupp, angeführt von dem über Leichen gehenden Damián Zaldívar (Rodrigo Santoro) die wertvolle Fracht streitig macht, und los geht eine wilde Jagd entlang der australischen Gold Coast…

Der Film hat nichts wirklich Neues zu bieten: Wir haben den gutmütigen Muskelberg Alan Ritchson, ein sanfter Riese mit der Elitesoldat-Vergangenheit, seit einem Jahr trockener Alkoholiker, der seine kleine Tochter verloren hat und nun einem kleinen Mädchen, das dringen auf ein Spenderorgan angewiesen ist, das Leben retten kann. Ihm zur Seite der ständig plappernde Owen Wilson, der mit seinem Charme und seiner Unbekümmertheit schamlos alle Sympathien auf sich zieht, ebenso schamlos wird das Schicksal des kranken Mädchens und dessen verzweifelter Mutter zum Ankerpunk am Ende einer turbulenten Schnitzeljagd, und natürlich noch die fiesen Gangster, schräge und abgerissene Typen nebst einem Bösewicht mit Mutterkomplex.

Aber alle diese Elemente werden gekonnt zu einem stimmigen Ganzen verbunden und am Ende ist ein Thriller mit jeder Menge handgemachter Action herausgekommen, hin und wieder durchaus brachial, aber ohne wirklich unappetitliches Gemetzel, dabei gut getimtem und dem ganzen etwas die Schwere nehmendem Humor, genau der richtige Film, um abzuschalten, sich zurückzulehnen und einen grundsoliden Buddy- und Gangsterfilm zu genießen, der jede Menge Spaß bereitet.

 

Regie: Scott Waugh

Drehbuch: Miles Hubley, Tommy White

Kamera: Lorenzo Senatore

Schnitt: Ryan Cook

Musik: Charlie Nguyen Kim

 Besetzung:

Alan Richson, Owen Wilson, Kate Box, Leila George, Rodrigo Santoro, Scarlett Crabtree, Cecilia Toussaint

Splendid Film 

2026

97 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 17. September 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=AVb3GCImolc (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=rtruM8hBV9w (Englisch)

Donnerstag, 10. September 2026

Im Kino: Frühstück bei Audrey (La Poupée)

Der nach einer enttäuschenden Beziehung einsame Kunstrasenvertreter Rémi (Vincent Macaigne) lebt allein, schwärmt seinen Kollegen aber von seiner neuen Freundin Audrey vor, wobei er allerdings verschweigt, dass es sich dabei um eine lebensgroße Puppe (Zoé Marchal) handelt. Eines Tages erwacht diese plötzlich zum Leben und stellt Rémi vor ungeahnte Probleme, und dann erweckt unerwarteterweise auch noch seine neue Kollegin Patricia (Cécile de France) sein Interesse …

Eine willige schöne junge Frau, die keine Widerworte gibt – wenn das nicht der Traum eines jeden Mannes ist! Leider ist ein Verhältnis mit einer Sexpuppe gesellschaftlich nicht so angesehen, so dass man sich selten öffentlich dazu bekennt und diese Leidenschaft eher im Geheimen pflegt. Hier wird der Protagonist allerdings nicht als Sonderling mit psychopathischen Zügen präsentiert, sondern als zwar durchaus etwas verpeilter aber liebenswerter einsamer Mensch, der für sich sein Glück gefunden zu haben scheint.

Die Probleme, die man(n) eigentlich vermeiden wollte, fangen dann aber genau da an, wenn aus der Puppe eine Frau aus Fleisch und Blut wird, die zwar gewohnt begehrenswert bleibt, aber nach und nach immer mehr Ansprüche stellt, ebenso wie ihre plötzliche emanzipatorische Entwicklung zu – gelinde gesagt – irritieren beginnt. Ein offensichtlich nicht so selbstbewusster Mann wie Rémi ist damit schnell überfordert.

Aber ebenso überfordern ihn auch die anderen beiden Frauenfiguren – neben der Kollegin Patrice gibt es noch seine lesbische Schwester Domi (Adèle Journeaux) – und es ist schön zu sehen, wie sich nach und nach alle Facetten der modernen Frau vor Rémi auffächern: hier das scheinbar gutaussehende Dummchen, dort die patente und burschikose Patrice, die sich im männlichen Kollegenkreis souverän zu behaupten weiß, bis hin zur selbstbestimmten Schwester, die eben Frauen liebt.

Der Film ist dabei kein trockener Lehrfilm über männliche und weibliche Rollenmuster und ihre Brechung, sondern eine lockere und leichte Komödie, die ihr Thema mit Augenzwinkern und originellen Einfällen abhandelt, wobei es besonders nett ist, dass die Prämisse einer zum Leben erwachten Puppe zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt wird. Nicht ganz gelungen ist allerdings der deutsche Titel. 

 

  Regie: Sophie Beaulieu

Drehbuch: Sophie Beaulieu

Kamera: Yann Maritaud

Schnitt: Jean-Francois

 Besetzung:

Vincent Macaigne, Cécile de France, Zoé Marchal, Marianne Basler, Adèle Journeaux, Gilbert Melki

 Novoprod/Canal+/Neue Visionen Filmverleih

2025

80 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 10. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=eBjsYCqc0Lw (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=MC1Zu3KjVyQ (Französisch)

Donnerstag, 3. September 2026

Im Kino: Onslaught

Auf einer geheimen Militärbasis in der Wüste werden Experimente mit genmanipulierten Soldaten durchgeführt, doch dann geht etwas schief und drei ultrabrutale Kämpfer, die darauf programmiert sind, alles zu töten, was sich ihnen in den Weg stellt, entkommen. Nach blutigem Zwischenstopp an einer nächtlichen Tankstelle fallen sie über einen Trailerpark her, in dem die Ex-Scharfschützin Celeste (Adria Arjona) mit ihrer kleinen Tochter lebt, und diese muss all ihre Fähigkeiten abrufen, um die Killer zu stoppen…

Zugegeben, die drei martialisch metzelnden Kampfmaschinen umgibt allein aufgrund ihrer im Dunkeln funkelnden Augen eine gruselige Aura und zunächst scheint ihr Auftrag, zu kämpfen bis zum Umfallen auch eine plausible Art der Optimierung von Kriegsführung zu sein. Aber spätestens dann, wenn erkennbar wird, dass diese Soldaten trotz ihrer gewaltigen Physis und ihres kompromisslosen Vorgehens keineswegs unbesiegbar sind, stellt sich zu bei näherer Betrachtung die Frage: was soll das, sind inzwischen unbemannte Drohnen und ähnliche Gerätschaften nicht viel effektiver?

Die nächste Frage, die sich irgendwann aufdrängt: was wollen diese Krieger in einer nächtlichen Tankstelle und wieso steuern sie gezielt den Trailerpark an, wo sie jeweils auf harmlose Zivilisten treffen, die zwar – wir sind in den USA – durchaus auch über die ein oder andere Waffe verfügen, aber hier hätten auch drei landläufig. durchgeknallte Typen gereicht, um ein Blutbad anzurichten.

Spätestens als ein Regierungsbeamter (Drew Starkey) mit explizit zur Schau gestellten Manierismen aber ohne jegliches Charisma die Bühne betritt, um der Situation Herr zu werden und das aus dem Ruder gelaufene Experiment zu beenden, drängt sich der Verdacht auf, dass das Ganze nur als Vorwand für ein auf maximale Wirkung ausgerichtetes Slasher-Gemetzel dient, wofür auch der wummernde Sound spricht, der das Ganze akustisch untermalt. Als besonderes Schmankerl wird noch ein wahnsinniger Wissenschaftler (Dan Stevens) präsentiert, scheinbar direkt aus der Nazihölle entronnen, was braucht man mehr für einen unterhaltsamen Kinoabend?

Wem so etwas Spaß macht – und ich habe durchaus Stimmen gehört, die sich in dieser Richtung geäußert haben – dem wird der Film bestimmt gefallen, für alle anderen: Finger weg!

 


  Regie: Adam Wingard

Drehbuch: Simon Barrett, Adam Wingard

Kamera: Oren Soffer

Schnitt: Adam Avery, Josh Schaeffer

Musik: Matthew Pusti

 Besetzung:

Adria Arjona, Dan Stevens, Eric Wareheim, Reginald VelJohnson, Michael Biehn, Blake Kennedy, Alex Pereira, Dave Campbell, Tyler Hall, Drew Starkey

 A24/ Universal Pictures/ Plaion Pictures/ StudioCanal

2026

92 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 03. September 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=nc-yja1gL0g (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=L24CYVpQ-LI (Englisch)

Freitag, 28. August 2026

Im Kino: Mutiny

Cole Reed (Jason Statham) kann nicht verhindern, dass sein Boss Tibu Campallo (Jason Wong), Eigner eines milliardenschweren Logistikunternehmens, vor seinen Augen ermordet wird und statt der wirklichen Täter jagt man nun ihn. Aber der gewiefte Reed heftet sich an die Fersen der Killer und deckt dabei einen internationalen Menschenhändler-Ring auf…

Die Handlung spielt zum größten Teil auf einem Container-Schiff, dessen verwinkelte Architektur neben einer gewissen klaustrophobischen Enge in den Gängen viele Möglichkeiten zum Versteckspielen bietet, was von den Akteuren auch gerne genutzt wird. Die von den skrupellosen Gangstern an Bord eingepferchten Menschen bleiben nicht mehr als Beiwerk, für die einen die Grundlage ihrer kriminellen Geschäfte und für den anderen die Gelegenheit, für das Gute zu kämpfen – und gekämpft wird, wer hätte etwas anderes erwartet, reichlich. Nur der Titel ergibt so gar keinen Sinn, denn von einer Meuterei ist weit und breit nichts zu sehen.

Ein solider, kurzweiliger Action-Thriller, nicht mehr, aber auch nicht weniger, und Statham macht das, was er immer tut: er boxt sich durch, und alle, die sich mit ihm anlegen, sind selbst schuld.

 Regie: Jean-François Richet

Drehbuch: Lindsay Michel, J.P. Davis

Kamera: Brendan Galvin

Schnitt: David Rosenbloom, Joe Rosenbloom

Musik: Marcus Trumpp

 Besetzung:

Jason Statham, Chaneil Kular, Ramon Tikaram, Jason Wong, Annabelle Wallis, Roland Møller, Adrian Lester

 MadRiver Pictures/ Leonine Distribution

95 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 27. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=6Tnv1Fup2jA (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=FKSdXH89jbo&vl=de (Englisch)

Mittwoch, 19. August 2026

Im Kino: Insidious 6: Out Of The Further

Die Dentalhygenikerin Gemma (Amelia Eve) lebt mit ihrer Tochter Maya (Island Austin) im Haus ihrer Mutter, der einst etwas Schreckliches widerfahren ist. Als Gemma plötzlich immer wieder von Albträumen heimgesucht wird, erfährt sie, dass sie eine Verbindung zu einem Zwischenreich zwischen den Lebenden und den Toten (im Englischen: The Further) hat, in das sie eindringen, von wo sie aber auch Dinge oder – schlimmer noch – Personen mit in die Welt der Lebenden herüberbringen kann. Ein besonders böser Geist namens Cyrus (Sam Spruell) sieht seine Chance gekommen, das zu vollenden, was ihm damals mit Gemmas Mutter nicht gelungen ist und Gemma versucht mit Hilfe von Elise Rainier (Lin Shaye) alles, um Cyrus zu stoppen, der drauf und dran ist, sich auch der Tochter zu bemächtigen…

In diesem sechsten Teil der Reihe werden neue Elemente und Personen eingeführt, ohne auf die bewährte Fachkraft Elise zu verzichten, die mittlerweile selbst im Jenseits wandelt. Zunächst arbeitet der Film mit den bewährten Mitteln, Jumpscares, gruseligen Gestalten, die immer wieder durchs Bild wandeln, aber richtigen Horror entwickelt er bei wahrhaft unappetitlichen Szenen in einer Zahnarztpraxis und in einer an die „Backrooms“-Labyrinthe erinnernden Sequenz, die allerdings wesentlich klaustrophobischer und schrecklicher ausfällt.

Das sind die insgesamt stärksten Momente des Films, daneben dürfen sich auch Freunde der lebenden Leichen an einem veritablen Panoptikum an Gruselgestalten erfreuen, die gegen Ende allerdings etwas reichlich aufgefahren werden, es gibt sogar ein paar spaßige Momente, wenn sich der Oberschurke am Ende ziemlich verzockt und dafür von seinen Spießgesellen zur Rechenschaft gezogen wird. Interessant inszeniert sind auch die Wechsel zwischen dem Diesseits und dem Zwischenreich, bei denen man höllisch aufpassen muss, ob die Mittler zwischen den Welten gerade schlafen oder wach sind, denn das macht einen entscheidenden Unterschied.

Wer auf diese Art Horror steht und dabei nichts gegen ekliges Beiwerk hat, wird recht gut bedient, definitiv kein Film für einen romantischen Abend, wobei nicht gesagt sein soll, dass man sich nicht auch gemeinsam gruseln kann, nur die Romantik fällt halt aus…

 

  Regie: Jacob Chase

Drehbuch: Jacob Chase, b/a den Charakteren von Leigh Whannell und der Geschichte von David Leslie Johnson-McGoldrick

Kamera: David Garbett

Schnitt: Gregory Plotkin

Musik: Joseph Bishara

 Besetzung:

Lin Shaye, Sam Spruell, Amelia Eve, Island Austin, Maisie Richardson-Sellers, Brandon Perea, Joseph Lopez, Laura Gordon, Conner McLeod

 Atomic Monster/ Sony Pictures Releasing

2026

106 min.

FSK 16

Deutscher Kinostart: 20. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=tysMHMLSyak (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=gXjurDkYnEM (Englisch)

Donnerstag, 13. August 2026

Im Kino: Steckerlfischfiasko

Der Mord am örtlichen Steckerfischkönig setzt die Niederkaltenkirchener Polizeimaschinerie in Gestalt des kongenialen Ermittlerduos Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) und Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) in Gang. Schwer verdächtig ist ein konkurrierender Steckerlfischclan, dessen Mitglieder zusammenhalten wie Pech und Schwefel. Aber auch privat hat der Franz wieder seine Probleme mit der Susi (Lisa Maria Potthoff), die zu seinem Leidwesen alles daransetzt, Bürgermeisterin zu werden…

Der nunmehr zehnte Teil bietet den Fans der Reihe einmal mehr die vertraute und liebgewonnene Mischung aus Krimi und Komödie, mit Rudi auf Selbstfindungstrip, einem grantelnden Franz, der sich in der niegelnagelneuen Doppelhaushälfte so überhaupt nicht wohlfühlt und der wirklich kompletten Riege von sämtlichen Figuren des Eberhoferuniversums, angefangen von der Oma, über den Papa und das Trio Infernale Flötzinger, Simmerl und Wolfi, das diesmal allerdings nicht allzu viel zu tun hat, bis hin zur Hinkelotta, der inzwischen auch vom Franz akzeptierten Nachfolgerin des leider früh verstorbenen Hundes Ludwig. Außerdem wächst die nächste Eberhofer-Generation heran, Sohn Paul darf einen eigenen Charakter entwickeln, spricht hochdeutsch und könnte ein neuer Sympathieträger werden.

Die Krimihandlung ist solide, ermittelt wird zwischen Rummelplatz und Schickimicki-Villa, einschließlich prominenter Leiche und zarter Romeo-und-Julia-Romanze, dazwischen liefern sich der Bürgermeister und seine Herausforderin Susi ein Scharmützel, das den Eberhofer zu ungewöhnlichen Schlichtungsmaßnahmen treibt, während Kollege Birkenberger aus hier nicht näher erläuterten Gründen ständig von Fliegen umschwirrt seinen kriminalistischen Scharfsinn spielen lässt.   

Alles in allem bietet der Film zwar nichts wirklich Neues, aber das ist für eingefleischte Fans auch nicht wichtig, sondern gerade das Schöne in diesen unruhigen Zeiten!

 

 Regie: Ed Herzog

Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog, Rita Falk, b/a ihrem gleichnamigen Roman

Kamera: Sebastian Edschmid

 Besetzung:

Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Marie Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Pelle Küffner, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Gerhard Wittmann, Ruby O. Fee, Ferdinand Hofer, Sigi Zimmerschied, Michael Ostrowski, Thomas Kügel, Milan Peschel, Castro Dokyi Affum, Petra Berndt u.v.m.

 Constantin Film

2026

98 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 13. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=LLZ2GNJdaag

 

 

Donnerstag, 6. August 2026

Im Kino: Eli Roth’s Ice Cream Man

Durch eine beschauliche Kleinstadt in den USA kurvt eines Tages ein Eiswagen mit einem freundlichen Eisverkäufer, der großzügig an alle Kinder seine Köstlichkeiten verteilt, woraufhin sich das Städtchen in einen wahren Ort des Horrors verwandelt…

Die Grundidee ist gar nicht so schlecht und erinnert vage an die Geschichte des Rattenfängers von Hameln, also die Rache eines zuvor von den Einwohnern einer Stadt Gedemütigten. Hier hätte also durchaus Potential für einen interessanten Film gesteckt, wer allerdings schon einmal einen Film von Eli Roth gesehen hat, ahnt, dass diese Rache nicht subtil, sondern mit dem Schlachtermesser oder ähnlichen Instrumenten zelebriert wird, woran sich nur Fans dieser Art von Filmen delektieren dürften, und daran ändern auch nicht die ebenso wenig subtilen Anspielungen auf einen Hitchcock-Klassiker.

Wer auf Splatter-Filme steht und sich gerne an blutigen, ekligen und geschmacklosen Schockeffekten delektiert, bei denen sich den meisten Zuschauenden der Magen umdreht, kommt hier voll auf seine Kosten, viel Vergnügen!

 Regie: Eli Roth

Drehbuch: Noah Belson, Eli Roth

Kamera: Simon Shohet

Schnitt: Matt Lyon

Musik: Brandon Roberts

 Besetzung:

Charli Zeltzer, Eli Roth, Darrin Baker, Ari Mille, Luke Dietz, Benjamin Byron Davis, Carina Battrick, Charlie Storey,

 StudioCanal

2026

86 min.

FSK 18

Deutscher Kinostart: 06. August 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=Yggt24Zmxgk (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=ppOnbtMhDWM (Englisch)

Donnerstag, 30. Juli 2026

Im Kino: Bitteres Fest (Amarga Navidad)

Filmemacher Raúl (Leonardo Sbaraglia) steckt in einer Schaffenskrise und verarbeitet schließlich eine Episode aus dem Leben seiner Freundin Elsa (Bárbara Lennie), die, als sie es herausfindet, darüber nicht begeistert ist, woraufhin es zu einer heftigen Auseinandersetzung kommt…

Dass ein Künstler sich ungeniert am Leben seines Umfelds bedient, dürfte nicht neu sein, aber wie weit darf man dabei gehen, wenn man auch vor sehr persönlichen Details nicht Halt macht? Sollte sich Regisseur Almodóvar diese Frage selbst immer wieder gestellt haben, hier setzt er sich quasi im Dialog mit sich selbst damit auseinander, denn beide Hauptfiguren, sowohl Raúl als auch Elsa, tragen erkennbar seine Züge.

Der Film ist eine verschachtelte Nabelschau, in der immer wieder Fiktion und Realität miteinander verschmelzen, gleichzeitig ist man als Zuschauer sozusagen hautnah bei dem Schaffensprozess und den schwierigen Geburtswehen eines neuen Werkes dabei, das sich ein Künstler immer wieder abringt, bis am Ende das Ergebnis vorliegt, das wir dann auf der Leinwand oder auch in einem Buch erleben.

Ist es anfangs schwierig, den jeweiligen Erzählebenen zu folgen, zumal immer wieder Personen auf- und wieder abtreten, die die eigentliche Story nicht weiterbringen, so fügt sich das kunstvoll gewobene Konstrukt schließlich zu einem harmonischen Ganzen, von Almodóvar wie stets in den für ihn typischen Farben gestylt, so dass am Ende nicht so sehr die eitle Selbstreflexion im Vordergrund steht, sondern der mit dem Alter immer schwierigere Schaffensprozess fühlbar wird, mit dem ein Künstler bei jedem neuen Werk zu kämpfen hat.

Wer bei der meisterhaft konstruierten Geschichte den Überblick behält, erlebt am Ende kein bitteres, sondern ein durchaus sehenswertes Fest des Autorenkinos.

 

  Regie: Pedro Almodóvar

Drehbuch: Pedro Almodóvar

Kamera: Paul Esteve Birba

Schnitt: Teresa Font

Musik: Alberto Iglesias

 Besetzung:

Bárbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez-Gijón, Victoria Luengo, Patrick Criado, Milena Smit, Quim Gutiérrez

 StudioCanal Film

2026

111 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 30. Juli 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=B1hY8AUSD0E (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=0S9DKxvJUgE (Spanisch)

Mittwoch, 29. Juli 2026

Im Kino: Spider-Man 4: Brand New Day

Im vorangegangenen Teil der Reihe musste Peter Parker (Tom Holland) zum Schutz des Multiversums akzeptieren, dass seine Freunde, und damit auch seine große Liebe MJ (Zendaya), ihn vergessen. Seitdem ist er wieder die anonyme freundliche Spinne von nebenan und macht sich um die Verbrechensbekämpfung in New York verdient. Seine Einsamkeit und die Einsätze rund um die Uhr zehren jedoch an seinen Kräften und die braucht er, als plötzlich eine mächtige Präsenz die Stadt in Angst und Schrecken versetzt, vor allem mit ihren Attacken gegen das Department of Damage Control. Eigentlich auf sich allein gestellt, bekommt er überraschend Unterstützung aus dem Marvel-Universum, einschließlich eines alten Widersachers. Können sie gemeinsam die Gefahr bannen? Und kann er seine alte Liebe vielleicht doch wieder zurückgewinnen?

Nach drei Abenteuern mit dem jungen Peter Parker ist dieser mittlerweile erwachsener geworden, seine jugendliche Unbekümmertheit blitzt zwar noch hin und wieder auf, aber er ist sichtlich reifer. Humorige Einlagen sind seltener geworden, auch weil ihm seine alten Weggefährten abhandengekommen sind, die ihr Leben ohne ihn weiterführen, wunderbar anzuschauen sind nach wie vor die Spinnenfaden-Schwünge durch die Häuserschluchten von New York. Es gibt ein paar der üblichen Kämpfe, die dankenswerterweise aber nicht so endlos wie in manch anderen Superheldenwerken zelebriert werden, und es gibt einige Überraschungen, was das auftretende Superhelden-Personal betrifft, über das hier aber nicht mehr verraten werden soll.

Der Film ist eine gute Mischung aus Bekanntem und neuen Elementen, möglich wird dies durch den bewährten Trick, die Geschichte an einem bestimmten Punkt quasi wieder zurückzusetzen, so dass man unbelastet von vorherigen Handlungssträngen neu ansetzten kann, was den Einstieg für neue Zuschauer erleichtert, ohne die Vorgeschichte gänzlich zu ignorieren, was den Fans der bisherigen Reihe gefallen dürfte.

Ein besonderes Highlight ist die Anbahnung einer neuen Freundschaft, die wie eine Vater-Sohn-Beziehung beginnt, dann aber auf die Buddy-Ebene wechselt und viel Spaß für einen nächsten Film verspricht, der, wenn man wie üblich den vollen Abspann aussitzt, bereits in Aussicht gestellt wird, Spidey will be back!

 

  Regie: Destin Daniel Cretton

Drehbuch: Chris McKenna, Erik Sommers, b/a den Originalvorlagen von

Stan Lee und Steve Ditko

Kamera: Brett Pawlak

Schnitt: Nat Sanders, Gina Sansom, Harry Yoon

Musik: Michael Giacchino

 Besetzung:

Tom Holland, Zendaya, Jacob Batalon, Jon Bernthal, Sadie Sink, Liza Colón-Zayas, Tramell Tillman, Mark Ruffalo, Florence Pugh, Marisa Tomei, Naomi Watts,

 Columbia Pictures/ Marvel Studios/ Sony Pictures Releasing

2026

145 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 29. Juli 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=vxddKZL3CGQ (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=8TZMtslA3UY (Englisch)

Mittwoch, 22. Juli 2026

Im Kino: Toy Story 5

Nachdem Andy sich aufs College verabschiedet, seine Lieblingsspielsachen der kleinen Bonnie vererbt und Woody sich den Lost Toys unter ihrer Anführerin Bo angeschlossen hat, hält Cowgirl Jessie die Stellung im Kinderzimmer. Alles scheint wunderbar weiterzugehen, aber dann taucht plötzlich eine ungeahnte neue Gefahr auf, die die heile Spielewelt für immer verändern könnte: Lilypad, ein Tablet in Form eines Frosches, mit dem alle kleinen Mädchen in Bonnies Alter jetzt ihre ganze Zeit verbringen. Haben Jessie, Buzz und all die anderen altmodischen Spielzeuge noch eine Chance gegen die neue Zeit?

Auch der nunmehr fünfte Teil um Cowboy Woody und Astronaut Buzz Lightyear hat nichts von seinem Witz und Charme eingebüßt, nach wie vor gelingt die bittersüße Melange zwischen albernem Spaß und wehmütigen Abschieden, sei es von liebgewordenen Figuren, sei es von Lebensabschnitten, wenn aus Kindern plötzlich Teenager mit ganz anderen Interessen werden.

Hier nun stemmen sich die Spielzeuge mit aller ihnen zur Verfügung stehenden Gewalt gegen die neue Zeit, die ihnen ihre Kinder in eine neue Welt entführt, in der haptische Figuren keinen Platz mehr zu haben scheinen. Dies geschieht ohne erhobenen Zeigefinger, es bahnt sich einfach so an, aber Woody & Co haben ein feines Gespür für den Preis, den die Kinder dafür zahlen, nämlich den Verlust echter Freunde, die mit ihnen durch Dick und Dünn gehen.

Dabei ist der Zahn der Zeit auch an Woody nicht vorbeigegangen, er führt zwar jetzt ein ungebundenes Leben außerhalb des Kinderzimmers, aber bei seiner Rückkehr dorthin bemerken die alten Kumpel schon die ihm am Hinterkopf ein wenig fehlende Farbe, sprich eine beginnende Glatze, und eine sich über den Jeans und dem flotten Cowboygürtel wölbende kleine Wampe.

Es sind diese vielen kleinen Dinge und Details, der Einfallsreichtum aber auch die verschworene Gemeinschaft der so unterschiedlichen Spielzeuge, die gemeinsam jede Aufgabe lösen oder es zumindest versuchen und der unerschütterliche Glaube an die Magie der kindlichen Phantasie, die all diese Figuren zum Leben erwecken kann, an denen man sich auch diesmal erfreuen kann.

Wer Spaß an dieser Reihe hatte, wird auch diesmal nicht enttäuscht und wer zum ersten Mal dabei ist, bekommt vielleicht Lust auf mehr bei diesem Film für Jung und Alt, dessen Geschichte auch diesmal frisch und munter in bester Qualität präsentiert wird: To Infinity and Beyond!

 


 Regie: Andrew Stanton, McKenna Harris

Drehbuch: Andrew Stanton, McKenna Harris

Kamera: Matt Aspbury, Jean-Claude Kalache

Schnitt:Jennifer Neysa Jew

Musik: Randy Newman

Original-Song: "I Knew it, I Knew You" Taylor Swift

 Besetzung:

Stimmen Original: Tom Hanks, Tim Allen, Joan Cusack, Greta Lee,

Stimmen Deutsch: Michael "Bully" Herbig, Walter von Hauff, Carolin Hartmann, Tobias Lelle, Rick Kavanian

 Pixar Animation Studios/ Walt Disney Pictures

2026

102 min.

FSK 0

Deutscher Kinostart: 23. Juli 2026

 

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=GlHL_3smXSE (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=c51ND9Hdbw0 (Englisch)

Mittwoch, 15. Juli 2026

Im Kino: Die Odyssee (The Odyssey)

Odysseus (Matt Damon), König von Ithaka, ist einer der Helden des Trojanischen Kriegs um die Befreiung Helenas (Lupita Nyong’o), der Gattin des Menelaos (Jon Bernthal). Nach ihrem Sieg kehren die meisten Griechen heim, nur Odysseus irrt mit seinen Männern noch lange Jahre auf den Meeren und muss etliche gefährliche Abenteuer bestehen. Währenddessen warten seine Gattin Penelope (Anne Hathaway) und der inzwischen erwachsene Sohn Telemachos (Tom Holland) noch immer auf seine Rückkehr, während eine immer drängendere Schar von heiratswilligen Freiern es nicht erwarten kann, dass Penelope sich für einen von ihnen entscheidet, aber sie haben die Rechnung ohne Odysseus gemacht…

Christopher Nolan hat sich für sein aktuelles Werk eines der bekanntesten Epen der Weltgeschichte ausgesucht, denn wer hätte nicht schon einmal von Odysseus und seiner – sprichwörtlich gewordenen – Odyssee gehört, oder vom Trojanischen Pferd, das es sogar als Trojaner in die moderne Computerwelt geschafft hat. Auch wer sich nicht näher mit der griechischen Mythologie beschäftigt hat, kennt viele der bekannten Figuren und hat sicherlich – auch aus den bisherigen Verfilmungen – seine Erinnerungen an den einäugigen Riesen Polyphem, die Zauberin Circe und die Schrecken von Skylla und Charybdis, deren Namen und Charakter Eingang in die Alltagssprache gefunden haben, jemanden zu bezirzen oder die Beschreibung einer ausweglosen Situation, das alles hat seinen Ursprung in ebendieser Mythologie.

Dennoch muss man sich die Frage stellen, ob es einer erneuten Verfilmung bedurft hätte, zumal es erst vor zwei Jahren die „Rückkehr nach Ithaka“ mit Ralph Fiennes und Juliette Binoche gab, dessen Regisseur Uberto Pasolini, trotz seiner weitläufigen Verwandtschaft mit Lucchino Visconti, einer Ikone des italienischen Kinos, nicht mit dem klingenden Namen und Ruf eines Christopher Nolan gesegnet ist. Kann also Nolan nun dem altbekannten Thema wirklich etwas Neues hinzufügen?

Ja, wenn es um Aufmachung und die aufwändige IMAX®-Technologie geht, die in entsprechenden Kinos für ein besonderes optisches Erlebnis sorgt, dazu kommt, zumindest in der Originalfassung, auch die besonders darauf abgestimmte Tonspur, wobei die Akustik manchmal sogar etwas allzu aufdringlich die Ohren beschallt. Vor allem die Kampfszenen, jeweils durch einen immer intensiver werdenden dumpfen Trommelsound untermalt, geraten so zu einem über die Schmerzgrenze hinaus in die Länge gezogenen Akt, beeindruckend, aber manchmal auch etwas zu viel des Guten.

Nein, wenn es um inhaltliche Aspekte geht, denn alles, was Nolan aufbietet, haben andere vor ihm, gerade auch der bereits oben zitierte Pasolini, bereits abgearbeitet. Der vordergründigen Abenteuergeschichte des Odysseus steht dabei dessen gebrochener Charakter gegenüber, ein Mann, der kriegsmüde und desillusioniert einfach nicht wieder in sein altes Leben zurückzufinden scheint, von Gewissensbissen gequält, wegen der auch durch seine Entscheidungen geopferten Kameraden und des aufgrund seiner List ermöglichten Gemetzels in der belagerten Stadt Troja. Dass Krieg ein scheußliches Geschäft ist, auch wenn es vielleicht zu Anfang einen gerechtfertigten Anlass gab, ist keine wirklich neue Erkenntnis, und dass Männer im Grunde Schweine sind, wird durch den bösen Zauber der Circe sehr plakativ in den Raum gestellt.

Die Grauen, denen Odysseus und seine Mannen begegnen, sind wahrhaft abscheulich, aber für einen reinen Abenteuerfilm zieht sich die Rahmengeschichte um den mit sich selbst hadernden Helden hin, vor allem aber die Geschehnisse rund um den Hof in Ithaka haben eindeutige Längen, so dass am Ende stolze 172 Minuten abzusitzen sind, die nicht alle gleichermaßen spannend sind.

Der Cast ist solide, wobei die Namensliste zunächst beeindruckend zu lesen ist, aber hier fehlt der eine Akteur, der aufgrund seines Charismas den gesamten Film zu tragen und ihn aus dem gehobenen Durchschnitt herauszuheben vermag, Matt Damon ist es jedenfalls nicht. Die von mancher Seite geäußerte Kritik an Lupita Nyong’o als Helena oder Zendaya als Göttin Athene kann ich nicht teilen, eher stört, dass die gesamte Crew ganz und gar nicht griechisch wirkt und manche sprachlichen Ausdrücke befremden, etwa wenn Telemachos immer wieder von seinem „Dad“ spricht und irgendwann das durch und durch amerikanische „f.ck off“ fällt.

So bleibt am Ende ein Kinoerlebnis, das aufgrund der beschriebenen Technik die Leinwand optisch grandios ausfüllt, inhaltlich aber, auch angesichts der geweckten Erwartungen an den Film, ein bisschen enttäuscht.

 


  Regie: Christopher Nolan

Drehbuch: Christopher Nolan, b/a dem epischen Gedicht von Homer

Kamera: Hoyte van Hoytema

Schnitt: Jennifer Lame

Musik: Ludwig Göransson

 Besetzung:

Matt Damon, Tom Holland, Anne Hathaway, Robert Pattinson, Lupita Nyong’o, Zendaya, Charlize Theron, Elliot Page, Jon Bernthal, Mia Goth, Benny Safdie, John Leguizamo, Will Yun Lee u.v.m

 Syncopy/ Universal Pictures

2026

172 min.

FSK (wahrscheinlich) 16

Deutscher Kinostart: 16. Juli 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=v8yWPRdNJNs (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=f_bKjZeJBBI (Englisch)

 

Mittwoch, 1. Juli 2026

Im Kino: The Piano Tuner (Tuner)

Niki White (Leo Woodall) arbeitet mit seinem väterlichen Freund Harry Horowitz (Dustin Hoffman) als Klavierstimmer, dabei hilft ihm sein absolutes Gehör. Allerdings muss er dieses auch ständig schützen, da er unter einer extremen Geräuschempfindlichkeit leidet, die ihn schon als Kind dazu zwang, eine Karriere als Pianist aufzugeben. Eines Tages entdeckt er, dass ihm durch sein perfektes Hören noch ein anderes Talent in die Wiege gelegt wurde, das ihn, als er Geld für Harrys Krankenhausrechnung braucht, auf die schiefe Bahn und beinahe in die Katastrophe befördert…

Der Film erzählt die Geschichte eines Hochbegabten mit viel Sensibilität für Zwischentöne (no pun intended…), und er erzählt sie wohltuend altmodisch, nämlich linear. Kein Hin- und Herspringen zwischen Zeitebenen, kein Beginn mit dem Ende, nein, alles folgt aufeinander, fast wie im richtigen Leben, und wie das Leben so spielt, wechseln Komödie mit Tragödie, Krimi und Liebesgeschichte, bis das Ganze eine perfekte Harmonie ergibt, die einfach großartig klingt.

Dank der hervorragenden und anrührenden Leistung des jungen Leo Wodall, der seinen Job so hervorragend erledigt und dabei immer so traurig in die Welt schaut, nimmt man der Story jede Wendung ab und fiebert bis zum Ende mit, ob sich alle losen Enden auch wirklich verknüpfen, und siehe da: sie tun es.

Auch die anderen Charaktere sind bestens besetzt, angefangen vom kauzigen Dustin Hoffman über Havana Rose Liu bis zum zwielichtigen Lior Raz, der von liebenswert bis verabscheuungswürdig alle Register zieht, alles fügt sich virtuos zu einem stimmigen Gesamtakkord, der noch länger nachhallt, definitiv der Überraschungsfilm des Sommers!

 

Regie: Daniel Roher

Drehbuch: Daniel Roher, Robert Ramsey

Kamera: Lowell A. Meyer

Schnitt: Greg O‘Bryant

Musik: Will Bates, Marius De Vries

 Besetzung:

Leo Woodall, Dustin Hoffman, Tovah Feldshuh, Havana Rose Liu, Lior Raz, Jean Yoon, Gil Cohen and Jean Reno + Herbie Hancock

 Black Bear/ DCM Film Distribution

2025

107 min.

FSK 12

Deutscher Kinostart: 02. Juli 2026

 Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=q7lYuJzeigI (Deutsch)

https://www.youtube.com/watch?v=rdlOZhl-nSA (Englisch)